Leben mit Covid-19-April Edition

Hurra, endlich hat man Berlin partiell aus dem Dornröschenschlaf erweckt, denn die ersten Einschränkungen, die uns das extrem tödliche Virus eingebrockt hat, wurden aufgehoben.

Nach rund sechs Wochen mehr oder weniger apathisch in der Agonie herumhängend, zeigt sich jetzt ein ganzes Bündel von Lichtern am Ende des Corona- Tunnels.

Und was für tolle Erleichterungen es jetzt gibt, ich kann endlich wieder zum Friseur, mir gegen erhöhtes Entgelt meine drei verbliebenen Haupthaare stutzen lassen, allerdings nicht mit dem von mir favorisierten Trockenhaarschnitt, sondern nur mit zusätzlicher Haarwäsche, die die Schneidezeit deutlich verlängert und das Risiko einer Ansteckung eher fördert, aber was hat in einer solchen Krise der gesunde Menschenverstand zu suchen.

Ein harter Dämpfer für mich persönlich auch das ausgesprochene Tennisverbot, welches direkten Einfluss auf meinen Leibesumfang hatte, aber jetzt darf ich das Racket wieder schwingen, zwar nur eine Stunde am Tag, und nur im Einzel, da bei dieser Spielvariante der „Gegner“ im Durchschnitt rund zwanzig Meter von mit entfernt bleibt. Was aber gar nicht geht ist das Aufsuchen des Toilette, wenn diese direkt am Umkleidetrakt und den Duschen angeschlossen ist. Was passiert, wenn die Not besonders „groß“ ist, wird nicht gesagt, ob ein Verrichten der Notdurft direkt am Netzpfosten erlaubt ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Auch beruflich wird die eherne Klammer des Berufsverbotes gelockert, ich darf theoretisch wieder Kunden empfangen, einzeln natürlich, und nur nach Anbringung einer großen Plexiglasscheibe. Die Trennwand war sündhaft teuer. Vielleicht viermal so hoch wie üblich, ich habe Tage gebraucht um einen Handwerker zu finden, der in der Lage war, eine Scheibe zu besorgen, und zu meinem Leidwesen auch schief anzubringen. Meine Intervention, und meine Bitte um lotrechte Ausrichtung verhalten ohne Wirkung, da der Monteur aus einem sehe sehr fernen Land zu kommen schien.

Und ja, ein andere Kunde rief mich an, er darf theoretisch auch wieder Kunden empfangen, natürlich einzeln, und nur nach Anbringung einer großen Plexiglasscheibe zum sündhaft teuren Preis, und er droht sogar mit Auftrag, aber wir wissen noch nicht, ob wir ihn auch durchführen können.

Und die positiven Nachrichten reißen nicht ab, die Familie darf sich am Wochenende immer noch nicht zum Verzehr von extrem leckeren, selbst gebackenen altdeutschen Käsekuchen treffen, daher entfällt auch der obligatorische Kuss mit Tante Annie, ein Teil der Familientradition, der uns schon seit Jahrzehnten zu schaffen macht, denn Tante Annie hat einen Oberlippenbart.

Einkaufen gehen war schon die ganze Zeit über möglich, sofern man keine Paprikachips, Mehltüten oder Klopapier erwerben wollte, jetzt versperren mir körperlich wuchtige Männer aus der Levante im T-Shirt mit Aufdruck  „Sicherheitsdienst“ den Zugang, mit dem Hinweis, dass man den Laden nur mit einem riesigen Einkaufswagen betreten darf, selbst wenn man nur ein einziges Joghurt kaufen möchte. Mein Hinweis, keine geeignete Münze zu besitzen, verhalte beim jungen Mann mit mächtiger Nackenmuskulatur, ich könne ja am Zeitungsstand Geld wechseln, empfahl eine verdammt dicht aufgelaufene ältere Dame direkt hinter mir.

Ne, nicht nicht mir, geschwind laufe ich die ungefähr zweihundert Meter entfernt liegende Verkaufsfiliale des zweitgrößten Lebensmittelanbieters dieser Republik, und greife mir einfach einen Einkaufskorb, so wie eh und je!

Vielleicht treten am 4. Mai oder so weitere Erleichterungen ein, viele meiner Kunden und Bekannten befinden sich in einem noch nie dagewesenen Abwärtsstrudel, niemand weiß, wie lange diese Einschränkungen noch bestehen, und welche Konsequenzen uns noch drohen.

Ich bin kein „Virologe“, wie die vielen Experten , die seit Erscheinen von Covid- 19 von überall her erschienen sind, persönlich glaube ich aber dass die Politik überzogen reagiert hat, man muss nicht das halbe Land stilllegen, um die alten, kranken und gesundheitlich vorbelasteten Leute vor dem Erreger zu schützen. Ich lese von „R-Wert“, von Aerosol- Viruswolke und von zweiter Welle, ich lese aber auch, dass man tausende Spargelstecher per Sonderflug ohne virologischen Schnellcheck ins Land holt, damit der vermögende Pensionär sein Lieblingsgemüse zu Fantasiepreisen verköstigen kann, vielleicht ein Entgegenkommen der Regierung, um ihre treuesten Wähler eine Art Anerkennung auszusprechen, während die Beliebtheitswerte, unserer Kanzlerin scheinbar ungeahnte Höhen erklimmen, zumindest laut Umfrage der Bild- Zeitung.

Und während es mir vielleicht noch nicht ganz so schlecht geht, leiden andere Branchen an Totalausfall mit milliardenschweren Auswirkungen, ich denke da an die Autoindustrie, Hotels- und Gaststättengewebe, an die Flugzeughersteller oder an die Lufthansa.

So können wir nur hoffen, dass sich bundesweit das Leben wieder schnell normalisiert, bis auf Bayern vielleicht, dort bleibt eine strikte Ausgangssperre aufgrund der immensen Gefährlichkeit der Bewohner bestehen.

Was wird aus dem Sommerurlaub, was machen Spanien, Griechenland oder Italien, wenn keine Sonnenanbeter kommen dürfen? Wieder einmal nach dem deutschen Steuerzahler rufen?

Ich selber würde gerne wieder ein wenig mit dem Flieger unterwegs sein, Valencia, Lissabon oder London, ein wenig arbeiten, ein wenig entspannen und dabei ein paar nette Freunde besuchen, aber wenn interessiert das schon.

In einem alten Werkzeugkasten habe ich ein paar nagelneue, ungefähr zehn Jahre alte Schutzmasken gefunden, die man für Entgratungs- oder Abbeizarbeiten verwenden soll, damit sehe ich mich gerüstet, wenn dann auch noch der Maskenzwang kommt!

Anfänglich war ich mit dem Einschränkungen einverstanden, begrüße aktuell die Abstandsregelungen in Geschäften, und plädiere sogar für die Beibehaltung dieser Maßnahme nach Überwindung von Corona, finde es auch ganz toll, dass es keine Fußballspiele mehr gibt, und sich Polizeibeamte nicht von grölenden Anhängern belästigen lassen müssen, wir müssen aber auch wirtschaftlich denken, die von der Regierung ins Spiele gebrachten Rettungspakete in Billionenhöhe, sollten wir nicht als Erbe unserer Enkelkinder und zukünftigen Generationen hinterlassen!

Aus meiner Sicht gibt es viele Anhaltspunkte, die für eine „Wiedereröffnung“ des Landes, unter bestimmten Vorsichtsmaßnahmen, sprechen.

Und fast hätte ich es vergessen, die Corona- Krise hat auch ihre guten Seiten, seit Wochen so gut wie keine Warnungen in den Medien mehr vor dem drohenden Klimawandel, keine Abbildungen über neueste Aktionen der überwiegend zornig dreinschauenden jungen Dame aus Schweden, und am besten natürlich das Absinken der Grünen in die politische Bedeutungslosigkeit, zumindest temporär, bis sich das Thema Covid erschöpft hat, und die Medien wieder Nachschub für ihre Zeilen und Spalten benötigen!

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