Frauenpower 2020- Filmbeschreibungen

Schaue ich durch durch meine imaginären Schallplatten/CD- Sammlungen, blättere ich durch die Reihen der nicht mehr vorhandenen DVD/Blu Ray- Scheiben, so fällt eigentlich sofort auf, dass das männliche Geschlecht eine überwältigende Dominanz besitzt.

Bei den Tonträgern dominieren Zappa, Hendrix, die Allman Brothers, Jah Wobble, Linton Kwesi Johnson, Don van Vliet, Ramones, Winston Rodney und viele viele mehr, während man nach Vertretern des weiblichen Geschlechts fast schon mit der Lupe suchen muss.

Chrissie Hynde von den Pretenders mag man eventuell finden, und natürlich einen Song aus Uraltzeiten von Dinah Washington „What a Difference a Day makes“, getragen von einer kaum zu glaubenden Wahnsinnsstimme!

Bei der Video-Kollektion sieht es auch nicht anders aus, aber das Ungleichgewicht ist nicht ganz so ausgeprägt.

Das Jahr 2020 könnte vielleicht daran etwas ändern, zumindest in den jetzt fast schon vergangenen ersten drei Monaten des Jahre konnte ich ein paar Filme sichten, die vielleicht eine Verlagerung meines Schwerpunktes herbeiführen können.

Manchmal bin ich nach den Lesen der Kurzbeschreibung für einen bestimmten Film von der Ausgangsidee, vom Thema des Movies so begeistert, das ich den Film sehen muss, unabhängig von der Besetzung, oder anderen Parametern. Wie verwirklicht der Drehbuchschreiber, der Regisseur und die Schauspieler die Vorlage, gehen mit der gesetzten Thematik um, was machen sie daraus?

Ein solcher Film ist zweifellos ein Machwerk mit dem Titel:

Swallow

Wir werden Zeugen von Momenten im Leben einer wunderschönen Frau aus scheinbar einfachen Verhältnissen, die einen vermögenden Mann geehelicht hat, und nun Tag für Tag ohne eigentliche Aufgabe in einer riesigen Luxusvilla zu überbrücken hat.

Sie ist wie ein Vogel in einem goldenen Käfig gefangen, versucht, den Alltag zu überstehen, in dem sie in der fast antiseptischen Umgebung der Einrichtung, hier und da ein wenig Staub saugt, oder einen Obstsalat zubereitet.

Als Zuschauer bekommt man schnell mit,dass die schöne Frau eher als Aushängeschild für den Sohn einer erfolgreichen Unternehmerfamilie dient, die sich den Gesetzen der Oberschicht zu fügen hat, deren Meinung man nicht wirklich hören will.

Als sich eine Schwangerschaft ankündigt, scheint die Welt für alle Seiten wieder in Ordnung zu sein, man vergewissert sich der gegenseitigen Liebe, die Familie ist begeistert, wächst doch im Bauch die nächste Generation der Firmenleitung heran.

Leider hält sich dieser Glückszustand nur begrenzt,mit dem Heranwachsen des Embryos im Mutterleib wächst auch das Verlangen der hübschen aber tödlich gelangweilten zukünftigen Mutter, Sachen zu verschlucken, und nach ein paar Tagen wieder auszuscheiden.

Am Anfang sind es Murmeln und Batterien, dann aber auch deutlich gefährlichere Gegenstände, wie Reißzwecken und andere scharfkantige Gegenstände, die natürlich für entsprechende Probleme im Verdauungstrakt sorgen.

Bei einer Routineuntersuchung für das werdende Leben, fallen die fremden Objekte natürlich auf, eine Notoperation wird sofort eingeleitet, die Familie ist über dieses stark von der Norm abweichenden Verhalten der Ehefrau entsetzt, stellt ihr einen Bodyguard zur Seite, der sie keinen Augenblick mehr aus dem Augen lässt.

So geht es voran, bis zum Ende, wo sich die junge Dame den Dämonen ihrer Vergangenheit, als auch dem Unbill der Gegenwart stellt, ihre wirkliche Freiheit sucht und scheinbar zum ersten Mal in ihrem Leben auch findet.

Der Film wird vermutlich der Majorität der Kinobesucher oder Filmbetrachter nicht wirklich gefallen, bleibt vermutlich ein Exot, er ist ziemlich langsam und ereignislos, zeigt im stummen Bildern die Trostlosigkeit des Lebens im absoluten Luxus, wenn eine Aufgabe, ein Platz im Leben fehlt.

Mir hat er gut gefallen, natürlich auch weil die hübsche Haley Banett die Hauptrolle spielt, eine junge Dame , die ich schon in einer ganze Menge anderer Filme wie „The Equalizer, The Girl on the Train“, oder „A Kind of Murder“ bewundern durfte.

Horse Girl

Ein ziemlich abgedrehter Film über eine junge Frau, die, wie man neudeutsch zu sagen pflegt, eine ganze Menge mentaler Probleme hat, die im Verlaufe des Films nicht geringer werden, und sozusagen im Schwebeflug enden.

Wir begleiten die Dame in ihren Leben, besuchen ihre Arbeitsstelle, sehen sie in ihren Zimmer, bei der Kommunikation mit ihrer Mitbewohnerin, bei der Kontaktaufnahme zum männlichen Geschlecht, und nehmen teil an ihren Wegdriften in eine Welt, die nicht wirklich zu existieren scheint.

Das Ende des Films ist vielleicht enttäuschend, weil er auf eine andere Ebene springt, aber die Freiheit des Regisseurs bestimmt halt die Handlung. Mehr Worte möchte ich eigentlich hier nicht verlieren, der Film zeigt viele Momente des Wahns und der Verrücktheit der Protagonistin auf, die zu grotesken und absurden Situationen führen, die man nicht unbedingt beschreiben muss, den sie machen den eigentlichen Wert des Films aus!

Alison Brie spielt durchaus überzeugend die Hauptrolle, ein Film vermutlich auch nur für eine Minderheit der Filmbetrachter, für mich durchaus eine Empfehlung wert.

The Hunt

Man erfährt keinen Verlust, wenn man diesen Film auslässt, und sich wichtigeren Dingen im Leben zuwendet, zum Beispiel Fußnägelschneiden, oder dem Entfernen von ersten Schimmelbildungen in den Fugen zwischen den Fliesen in der Dusche.

Die Handlung ist schnell erzählt, durch den missverständlichen Inhalt einer SMS verliert eine einflussreiche und vermögende Frau ihren Job, zum Frustabbau lässt sie zwölf Menschen einfangen, transportiert sie narkotisiert in ein anderes Land, und lässt sie geknebelt mit vielen Gewehren und Pistolen auf einer Wiese wieder aufwachen.

Ruck, zuck wird die Anzahl der unglücklichen Zwölf in rascher Folge durch gezielte Gewehrschüsse eines kleinen Freundeskreises von Menschenjägern dezimiert, nur eine zähe Frau bleibt übrig, um sich nach einigen Kampfszenen dem Endgegner zu stellen und natürlich auch zu siegen, trotz unglaublicher Verletzungen, und unmittelbar erfolgender Selbstkurierung mithilfe eines Bunsenbrenners, nur um Minuten später im feinsten Abendkleid den wartenden Privatjet zu besteigen.

Hilary Swank spielt in einer Nebenrolle die böse Endgegnerin, die diese Menschenjagd organisiert hat, die Rolle der ultraharten Protagonistin übernimmt die sehr attraktive Betty Gilpin, die ich kurz vorher in einer Nebenrolle im Film „The Grudge“ beobachten konnte. Faszinierend war es für mich, ihre aus meiner Sicht völlig unpassende Mimik die gesamte Laufzeit über zu verfolgen. Der Film ist irgendwie auch zwischen Baum und Borke angesiedelt, er möchte lustig sein, aber es sind kaum Lacher vorhanden, um als Persiflage auf das Genre zu dienen, andererseits fehlt es an Härte und realistischer Darstellung des Geschehens, obwohl Blutspritzer durchaus vorhanden sind. Vor Urzeiten gab es schon bessere Vertreter aus dem Genre Menschenjagd, ich meine mich an einen Film mit Van Damme oder auch einem Rapper/Schauspieler namens Ice-T zu erinnern.

Muss man nicht sehen, in Zeiten von Corona aber vielleicht zur Überbrückung von nicht enden wollenden Stunden zu gebrauchen.

Und weiter geht es  mit einem Film, der der toughesten Frau aus allen beschriebenen Filmen eine Plattform gibt, sich in widrigen Umständen zu beweisen, und sich daher natürlich perfekt in das Motto „Frauenpower 2020“ einreiht.

The Invisible Man

mit einer mir nicht bekannten Elizabeth Moss in der Hauptrolle. Und Frau Moss bekommt eine Menge Probleme im Laufe des Filme, über zwei Stunden muss man ihr angsterfülltes, panisches Gesicht ertragen, das manchmal auch die Grenze zum Wahnsinn zu überschreiten scheint. Dies scheint aus meiner Sicht auch die größte Hürde zu sein, die man als Zuschauer zu überwinden hat.

Zur Story, die vom Papier her mehr als interessant erscheint.

Eine Frau verlässt des Nachts still und heimlich die riesige Luxusvilla ihres Mannes/Freundes/Partners in sichtlicher Angst vor ihm, und kann gerade noch rechtzeitig seiner darauffolgenden Wutattacke entfliehen.

Danach scheint sie Unterschlupf bei einem hünenhaften, farbigen Freund mit seiner Tochter gefunden zu haben, allerdings weicht in den ersten Tagen ihrer vermeintlichen Freiheit die Anspannung nicht, bis dann die Nachricht bei ihr eintrifft, das sich der gewalttätige Partner das Leben genommen hat.

Es wird noch besser, sie “erbt“ ein Millionenvermögen aus einem Trust, den der Bruder des Verblichenen betreut, ein scheinbarer Wandel zum Besseren scheint unmittelbar bevor zustehen.

Aber schon nach wenigen Tagen beschleichen der nun vermögenden Frau erste Zweifel, da bewegt sich ein Stuhl, das findet sich eine Pillendose an, die eigentlich nicht da sein dürfte, da taucht unmittelbar neben ihr in kalter Abendluft der digital erzeugte Hauch eines anderen Menschen auf, aber kein anderer Mensch.

Als sich die Vorgänge häufen, kombiniert sie schneller als Nick Knatteron, dass ihr vermeintlich toter Freund noch am Leben sein muss, sich aber der Unsichtbarkeit hingegeben hat.

In der Realität ihrer Freunde und Verwandten stößt eine solche Aussage natürlich auf Skepsis, und so entwickelt sich eine unheilvolle Geschichte mit viel Gewalt, und einem vielleicht unerwarteten, aber eigentlich belanglosen Twist in der Handlung, weiter bis zum finalen Showdown, in dem ein beizeiten versteckter Anzug mit vielen Dioden und Minikameras eine tragende Rolle spielt.

Das Ende könnte auf eine Fortsetzung schließen lassen, aber ich glaube nicht, dass ich persönlich noch einmal zwei Stunden meines Lebens für einen potentiellen Nachfolger opfern würde.

Für mich war der Film zu lang, ein schmerzverzerrtes Gesicht kann meinen Blick nicht zwei Stunden lang auf den Bildschirm fixieren, minutenlanges Umherschleichen im dunklen Haus bringt mich aus dem Handlungsablauf, weil die Konzentration nachlässt.

Von mir keine Empfehlung, der Film ist aber auch nicht wirklich schlecht, die Idee vom unsichtbaren Mann,hier im prismenbesetzten Kunststoffanzug, hat man in der Kinogeschichte aber auch schon besser umgesetzt!

The Grudge

Grundsätzlich bin ich kein Fan von Horrorfilmen, ich erschrecke viel zu leicht, und mag es nicht, eine Szene zu beobachten, in der jederzeit ein Spukgespenst auftauchen kann, um mich zu erschrecken, und in der Folge mein Mineralwasser mit Kohlensäure zu verschütten.

Der Film „The Grudge“ spielt mit diesen Elementen, packt alles was scheinbar einen Horrorfilm ausmacht in einen Topf.

Es gibt ein Haus mit sinisteren Charakter, der scheinbar jeden Menschen, der es betritt, mit übelsten Visionen bestraft, die auch im Irrsinn enden können.

Im Haus ist es meist sehr dunkel, und alle paar Minuten tauchen für Sekundenbruchteile Abbilder von Menschen mit zerfledderten Gesichtern auf, die uns im Sessel hochschrecken lassen, der Name „Jump Scare“ ist hierfür nicht unangemessen.

Eine grobe Handlung gibt es auch, wir verfolgen eine neu in die Stadt gezogene Polizistin bei ihrer Aufklärungsarbeit rund um die mysteriösen Mord- und Todesfälle, die alle mit dem schon erwähnten Haus zu tun haben.

Begleitet wird sie von einem erfahrenen Polizisten, dessen ehemaliger Partner schon dem Wahn verfallen ist, weil er sich zu intensiv mit Vorgängen um das Unglückshaus befasst hat.

Für Genrefans, die der Mischung aus Dunkelheit, knarrenden Treppenaufgängen, und dem Spontanauftauchen von zombieesken Gesichtern und Figuren etwas abgewinnen können, vielleicht durchaus sehenswert, weil handwerklich nicht schlecht gemacht.

Für mich eine Aneinanderreihung von Schrecksequenzen, unterbrochen nur durch eine angedeutet Handlung, die mich aber nicht wirklich mitzieht, aber für nasse Flecken auf dem Fußboden sorgt, weil ich mein Wasser verschüttet habe!

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s