Color out of Space- Nicolas Cage- Filmbeschreibungen

Da geht man mal ein paar Wochen nicht ins Lichtspielhaus, und schon hat man gefühlt die ein oder andere Neuerscheinung mit Nicolas Cage versäumt.

Dieser Mann ist der Schwerstarbeiter der Filmbranche, man fragt sich woher er überhaupt die Zeit für seine ganzen Projekte her nimmt.

Vor einem Jahr habe ich meine Anmerkungen für den Film „Mandy“ hier veröffentlicht, aus meiner Sicht ein Negativ-Highlight des Kinojahres 2018.

Gerade einmal zwölf Monate ist es her, die Liste der Neuerscheinungen mit Herrn Cage in der Hauptrolle scheint im Monatsrhythmus gewachsen zu sein. Da ich scheinbar ein ausgeprägtes Faible für ihn im Laufe der Jahrzehnte entwickelt habe, zieht es mich doch immer wieder vor den Bildschirm, wenn der Name Nicolas Cage auf der Besetzungsliste erscheint.

Jetzt war es eben der Film „Color out of Space“, oder wenn man die deutsche Sprache vorzieht,“Die Farbe aus dem All!“

Der Film ist wohl von 2019, ist aber erst im Januar in die amerikanischen Kinos gelangt, und daher noch ziemlich aktuell. Er basiert auf einer Geschichte von H.P.Lovecraft, einem schon vor langer Zeit verstorbenen Autor, der sich in vielen Kurzgeschichten dem übernatürlichen Horror verschrieben hatte.

Zum Film:

Eine gut situierte fünfköpfige Familie hat sich den Traum vom eigenen großen Haus in der freien Natur erfüllt, umgeben von Seen und ausgedehnten Wäldern, beschäftigt sich das Familienoberhaupt mit dem Gemüseanbau, vor allem aber mit der Alpaka- Zucht. Ihm zur Seite stehen seine Frau und die drei Kinder, der älteste Sohn raucht viel Marihuana, während die vom Landleben genervte Tochter sich dem Hexenkult hingibt, und kleine Steine kreisförmig anordnet.

Eine perfekte Idylle also, bis eines Tages ein kleiner Meteorit, begleitet von üblem Geruch, und lilafarbenem Partikelspiel direkt vor dem Haus im Garten einschlägt. Und was macht man, wenn ein scheinbar außerirdischer Fremdkörper mit steinartigen Aussehen und pulsierendem Plasmafäden vor einem dahinwobbelt?

 

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Richtig, man ist überhaupt nicht überrascht, stellt sich direkt neben die unbekannte Quelle, und sticht ihn mit einem kleinen Stock!

Im weiteren Verlauf kann man als Zuschauer erkennen, dass das außerirdische Objekt nicht wirklich als Freund der Menschen auf die Erde gekommen ist, die Familie gerät mehr und mehr in den Bann der fremden Erscheinung, der jüngste Sohn sitzt regungslos im Garten und versucht mit dem Fremdling zu kommunizieren, während er durch seine dickglasige Brille versucht, den Sinn des Lebens zu erkennen.

Und so breitet es sich weiter aus, richtet sich häuslich in der Scheune ein, wo man des Nachts die wolligen Andentiere unterbringt, aber auch im Brunnen, der das Haus mit Wasser versorgt, während es sich im zunehmenden Maße in der Kunst der Ausbreitung des farbenfrohen Strahlenspiels übt.

Der Betrachter kann jetzt die unheilvolle Entwicklung und den schlechten Einfluss des Fremdlings ablesen, Herr Cage wird von stark juckendem Ausschlag an den Armen befallen, seine Frau schneidet sich ein paar Fingerspitzen beim Möhrenschneiden ab, der Haushund verschwindet!

Und spätestens jetzt ist mir eine uralte Szene aus einem der Liveauftritte von Eddie Murphy aus den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts in den Sinn gekommen, als er bei seiner Einschätzung des damals aktuellen Films „Poltergeist“ treffend bemerkte:“ If there is a ghost in the House, get the f… out!“

Unsere Protagonisten halten sich aber nicht an den Rat, leben einfach weiter, trotz des leuchtenden Steins auf dem Anwesen!

Und es wird ja noch viel schlimmer, der älteste Sohn fällt in den Brunnen, wird vom Alien unter starker Strahlenentwicklung verzehrt, die Ehefrau wird durch die Distribution einer sehr hohen Strahlendosis untrennbar mit dem jüngsten Sohn verschmolzen, und ist nur noch in der Lage furchtbare Stöhngeräusche zu produzieren, die erst beendet werden, als ihr Herr Cage eine Ladung Schrot verpasst. Die niedlichen Alpakas wurden vom fremden Wesen ihres Fells beraubt, und stehen lautet wimmernd, und garstig anzuschauend, in der Scheune herum, bis der Hausherr ebenfalls mit dem Schießgewehr erscheint.

Und ganz am Ende ist die gesamte Familie verschieden, verglüht, zu Staub verfallen, der außerirdische Körper muss sich daher wohl in Form eines aufsteigenden Wirbelwinds auf die Suche nach einem neuen Domizil begeben.

Erfreulich für mich das Wiedersehen mit Tommy Chong, der hier einen verschrobenen Hippie/Waldschrat spielt, war er doch damals Teil von Cheech & Chong, und hat mit  Audiostücken wie „Uncle Pervy“ oder „Dave“ bei mir für endlose Lachanfälle gesorgt!

Muss man sich diesen Film anschauen? Nicht unbedingt, aber Herr Cage hat in letzter Zeit noch in einigen weiteren Filmen mitgewirkt, die das Niveau der Lovecraft- Adaption bei Weitem nicht erreichen.

Kurz angeschnitten einige Beispiele, die mir in Erinnerung geblieben sind:

Between Worlds

Hier spielt Cage einen Trucker, der knapp bei Kasse ist, und auf der Toilette einer Raststätte Franka Potente trifft, deren Tochter einen Motorradunfall hatte.

Im Verlauf des Films muss er sie am Hals würgen, damit sie hellseherische Fähigkeiten entwickeln kann, später muss er laut Drehbuch mehrfach Sex mit ihr haben, und man sieht den schwabbligen Körper von Frau P.. Am Ende sind irgendwie alle tot!

A Score to settle

Her Cage wird aus dem Gefängnis entlassen, trifft sich mit seinem Sohn, den er so gut wie nie zuvor in seinem Leben gesehen hatte, gräbt einen ungeheuren Batzen Geld aus, will sich und seinem Sprössling eine gute Zeit bereiten, in dem man im Luxus schwellt, und gleichzeitig will er Rache nehmen an den Leuten, für die er solange im Knast gesessen hat.

Ein im Ansatz schlechter Film, bei dem der Zuschauer auch noch die pausenlos vollkommen überzogenen Gesichtsgrimassen ertragen muss, die in keinem Verhältnis zum Kontext stehen.

Primal

Cage als Großwildfänger, dem bei einem Transport der Zootiere auf einem Schiff die Bestien ausbrechen, und ihm zusätzlich auch noch ein sehr böser Mann das Leben schwer macht! Nach zwanzig Minuten oder so, habe ich abgeschaltet!

Aber wo Schatten ist, ist manchmal auch ein wenig Licht!

Grand Isle

Ein Film aus dem schwülen Süden der USA, in dem Sex und Verführung, und der Tod mehrerer Menschen eine Rolle spielen, fand ich trotz einiger Längen nicht so schlecht, vor allem aber weil ich meine Augen auf KaDee Strickland richten konnte, eine mehr als attraktive Frau, die ihm Film die Anvertraute von Cage spielt. Bei weitem kein Topfilm, aber durchaus eine kleine Empfehlung wert!

Gut gefallen hat mir

Running with the Devil

Der Film beschreibt den Ablauf im Kokainhandel, ganz vom Anfang an, wo der Bauer im Urwald die Koka- Blätter von den Zweigen zupft, und zu einer Paste rührt, bis hin zum Endverbraucher in den Vereinigten Staaten.

Weil aber gestreckter Stoff auftaucht, dessen Beigaben Menschenleben fordern, wird Nicolas Cage, der im Film einen Pizzabäcker spielt, vom Kartell beauftragt, nach dem Rechten zu sehen, und die Quelle des Unbills ausfindig zu machen.

Dabei steht ihm auch Lawrence Fishburn zur Seite, der im Drogenrausch auch Sex durch zwei Garnituren Unterwäsche hindurch haben kann.

Man begleitet als Betrachter den gesamten Transportweg der Rauschgiftes, verfolgt die Preisentwicklung, und erfährt von den Risiken, sich im kriminellen Milieu zu bewegen.

Am Ende hat Cage seinen Auftrag erfolgreich erledigt, kann sich aber auf seinen Lorbeeren nicht wirklich ausruhen!

Vermutlich wurde, während ich diese Zeilen geschrieben habe, schon einer weiterer Film mit Nicolas Cage veröffentlicht, da hinke ich wohl immer ein wenig hinterher!

Soeben habe ich entdeckt, dass der beschriebene Film „Color out of Space“ am 5. März 2020 in Deutschland startet, also bin ich mit meinem Beitrag ja brandaktuell!

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