Mediensicht 2

Es war, so glaube ich, genau zwölf Uhr Mittags, ich war gerade dabei, mir eine leckere Portion Tapirrüsselsuppe aus der Dose zuzubereiten, und mit frisch gehackter Petersilie zu verfeinern, als ich aus den Augenwinkeln einen weiteren Beitrag bei Zeit- Online erspähen durfte.

Eine Stunde zuvor hatte ich mich beim gleichen Blatt schon über die Verwendung von Bambus- Kaffeebechern to go, aber mit Deckel informieren können, über die Sorgen und Nöte der Nutzer, beim Trinken dieser heißen Flüssigkeit, die man scheinbar nur noch im hektischen Laufen zu sich nehmen sollte, zumindest wenn man hip sein, und zum Kreis der Auserwählten zählen möchte.

Einwegbecher scheinen aufgrund des ökologischen Fußabdruckes verpönt zu sein, daher die Variante aus umwelttechnisch scheinbar zu rechtfertigendem Bambus, auch wenn er aus einen Konglomerat von verschiedenen Kunststoffen zur Undurchlässigkeit getrimmt wird, und diese Esterverbindungen biologisch nicht abbaubar sind, und für den verstärkten Anbau von Bambus die letzten Menschenaffen aus den Bäumen geschossen werden, oder einfach der ganze Wald mit den Waldmenschen drin abgefackelt wird.

Nachdem ich alles Wissenswerte aus dieser Nachricht gezogen hatte, lautete die Headline zur exakten Mittagszeit nun: „Fäuste im Hintern sind für Volker und Paul Hauptbestandteil ihres (Sex)lebens!“

Ja, da verschluckte ich mich doch ein wenig beim Abschmecken meiner Schabrackentapirsuppe, gleichzeitig stieg aber auch die Begeisterung in mir, welches Lernpotential mir die deutschen Medien jeden Tag vollkommen kostenfrei ins Haus liefern.

Im dem Artikel beschreiben homosexuelle Männer für meine Verhältnisse viel zu detailliert diese Art der Freizeitbeschäftigung, dann aber kommt doch der Punkt, der meinen Wissenshorizont wieder einmal deutlich erweitert.

Das Eindringen mit der Faust bis zum Oberarm in den Auspuff eines Veganers ist jederzeit problemlos möglich, da sozusagen nur heu- und strohartige Restverbindungen auf dem Weg zur Erfüllung anzutreffen sind, und die Liebenden diese Reste auch zum Auspolstern ihres Liebesnestes verwenden können.

Das ist überzeugend und ökonomisch und ökologisch zugleich, Recycling vom Allerfeinsten, erstrebenswerte Mehrfachverwendung.

Ich habe mich in der Vergangenheit oft lustig gemacht über das Gebaren unserer ausschließlich Pflanzen essenden Mitbürger, über ihre Lethargie und über ihrem grauen Teint, wenn sie im Bio-Supermarkt verschrumpelte Äpfel zum vierfachen Preis erworben hatten, muss jetzt aber meinen nicht vorhandenen Hut ziehen, vor diesem Umwelt- und klimatechnisch einwandfreien Verhalten!

Besser geht es kaum!

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