Mediensicht 1

Grundsätzlich bin ich unseren Medien mehr als dankbar für die täglich zu leistende Mammutaufgabe, den geneigtem Leser über alle möglichen Lebensumstände aufzuklären und ihm den Weg zu weisen.

Auch ich lasse mich gern verführen  und anleiten, bin gern bereit, mir die ganzen Probleme abnehmen zu lassen, was ich zu denken habe, und wie ich mich unter meinen Mitmenschen zu verhalten habe.

Heute zum Beispiel kann man bei der ZEIT oder auch bei SPON in relativ langen Beiträgen erfahren, welche ungeheuren Belästigungen deutsche Arbeitnehmer jeden Tag beim Bestreiten ihres Lebensunterhaltes ausgesetzt sind.

Viele Angriffe sind scheinbar sexueller Natur, betroffen sind in der Majorität weibliche Arbeitnehmer, die die Hauptlast der Verfehlungen zu tragen haben.

Und dabei geht es bei vielen Vorfällen nicht um Bagatellen wie den berühmten Klaps auf den Hintern, oder das überfallartige Grapschen an den voluminösen Busen, nein, es geht in vielen Fällen um die ganz harten Entgleisungen, die je nach Medium jeder achte, bzw. jeder elfte Lohnabhängige zu erdulden hat.

Zeit- Online schreibt, dass über dreiundvierzig Prozent der Befragten unter unerwünschten Blicken oder gar anzüglichen Pfeifgeräuschen litten, auch Witze oder sexualisierte Sprüche hinterlassen wohl bisher unbekannte oder noch zu beschreibende Traumen, die das Verweilen am Arbeitsplatz zur Hölle machen.

Unsere Medien sprechen hier völlig zurecht von Tätern.

Derweil ist in lokalen Blättern erneut von zwei Morden nachzulesen, bei denen wieder einmal zwei Frauen ihr Leben verloren haben. Angefahren, mit der Axt erschlagen, weil sie vielleicht Trennungsabsichten äußerten, die der Lebenspartner oder Ehegatte nicht tatenlos wegstecken konnte.

Verständlich natürlich, dass sich die bundesweit bekannten Zeitungen und Magazine mit solchen Kleinigkeiten nicht abgeben, und auch kein einziger Frauenverband einen wüsten Empörungssturm auslöst, wie sonst  bei einem Werbeplakat, auf welchem eine junge Dame im Bikini im Hochsommer für Sonnenschutzmilch wirbt,  denn es ist viel wichtiger, Schwerpunkte zu bilden, und sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren.

Und da vertraue ich unseren Medien eben, mir eine Auswahl sinnvoller Themen zu präsentieren, eine Vorauswahl, befreit vom Tand des Lebens. Und  mir auf diese Weise aufzuzeigen, was wirklich wichtig für mich ist, und eine entsprechende Entlastung herbeizuführen!

Dafür bin ich sehr dankbar!

 

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