Wut und Verwunderung

Nach dem Lesen einer Nachricht vom afrikanischen Kontinent war meine aufkeimende Empörung überraschend rasch der blanken Wut gewichen. Was erlauben sich die Menschen da unten überhaupt? Muss den alles was ich mag, auf irgendeine Weise in Frage gestellt, oder mit Preisaufschlägen versehen werden?

Jetzt wollen die Afrikaner aus Ghana und der Elfenbeinküste mehr Geld für ihre Kakaobohnen, exakt € 2.600.- für eine einzige Tonne dieses Produktes. Der Kakao-Rat hätte so entschieden, was für eine Farce!

Wut 1 Juni 2019_00000

Was muss ich in der Folge wieder an Preiserhöhungen für meine Lieblings- Schokoladenhasen und Weihnachtsmänner der Zweihundert-Gramm-Klasse an der Kasse zahlen?

Dabei greifen die Bohnenproduzenten  schon heute gewaltige sechs Milliarden Euro aus dem 100 Milliardenmarkt für Schokolade ab, bekommen sie denn nie den Hals voll?

Für was, lassen sie doch ihre Kinder dafür arbeiten, entlohnen sie kaum, oder wollen sie sich wieder Waffen aus den Mehrerlösen beschaffen, um zukünftige Bürgerkriege zu finanzieren, wie in den Jahren um 2012 herum?

Um meine Nerven zumindest ein wenig zu beruhigen, lutsche ich an einem Stück Milchschokolade, besser gesagt, an einem ganzen Riegel, einer Tafel für 49.- Cents  herum, den zur Zeit gibt es weder Hasen noch Nikoläuse.

Den Mund voller schmelzender Zärtlichkeit, hart an der Grenze zur Speichelabsonderung, entnehme ich eine weitere Information aus den Medien, die aber eher traurig stimmt, handelt sie nämlich vom Ableben einiger Geschöpfe auf diesem Planeten.

An den Gestaden Alaskas hat man ein paar Dutzend verendete Robben gefunden, die durch ihre felllose Nacktheit menschlichen Strandläufern ins Auge gefallen waren. Die ganzen Haare einfach weg, Forscher rätselten nun, ob es übertriebenes Schamverhalten war, das den Tod hervorgerufen hatte, oder eventuell Umweltgifte das unerwartete Lebensende herbeigeführt hatten.

Eine gründliche Untersuchung der Leiber der verblichenen Flossenfüßer brachte den möglichen Verursacher ohne jeglichen Zweifel schnell ans Tageslicht.

Es sind vor allem die jungen  Klimaschützer, die sich wöchentlich während der Schulzeit treffenden, politisch engagierten Eleven aus Deutschland und anderen westlichen Ländern, die zum Tode der unglücklichen Meeressäuger beigetragen haben.

Thioglycolsäure, eine giftige Substanz, die auch vom Körper percutan aufgenommen wird, heißt ganz konkret der Übeltäter. Er befindet sich vor allem in Enthaarungscremes,die von jungen, überwiegend weiblichen Aktivistinnen genutzt werden, weil sie so plötzlich im Licht der Öffentlichkeit stehen, wo nicht nur Inhalte, sondern auch das Äußere zählt, und viele Anhänger von ihren Anliegen überzeugt werden wollen.

Da kann ein sichtbarer Flaum auf der Oberlippe, oder eine haarige Wade bei einer Liveübertragung im Öffentlich Rechtlichen Rundfunk, schon eine Karriere beenden, bevor sie überhaupt begonnen hat. Das möchte man natürlich nicht, man möchte Kritik üben, den CO2- Ausstoß sofort beenden, aber auch dabei hübsch und adrett  aussehen, und keine Stoppeln an den Beinen haben.

Und so gelangen dann die eigentlich unverträglichen Rückstände zusammen mit dem Abwasser des Reinigungsbades über die Kanalisation und den großen Flüssen in die Nordsee, über den Atlantik und den Panamakanal vorbei am hawaiianischen Müllstrudel, bis hoch zu den Aleuten, da wo die unglücklichen Robben wohnen.

Es ist übrigens fast der gleiche Weg, den ein Plastikstrohhalm, von mir achtlos in einen Gully geworfen, genommen hätte, wenn der Verkauf dieser kunststoffhaltigen Trinkhilfen, nicht auch durch den unermüdlichen Einsatz unserer jungen Aktivistinnen, verboten worden wäre.

Anmerkung:

Da ich vergessen hatte, wo der Artikel über die toten Robben erschienen war, suchte ich den Rat einer digitalen Suchmaschine, in dem ich den Algorithmen, „Robben ohne Haare“ anbot, mir die künstliche Intelligenz als Antwort aber ausschließlich Links über einen Fußballspieler aus den Niederlanden kredenzte, der allererste lautete sogar, „als Robben noch Haare hatte!“

Wut 2 Juni 2019_00000

Ist das jetzt wirklich fortschrittlich und zukunftsträchtig?

 

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