Kinorückblick 2018 Teil 2

Mit einem aus meiner Sicht weiteren Highlight möchte ich fortfahren, ein Film mit einem Titel wie ein kleiner Zungenbrecher, einem Tongue Twister:

The Sisters Brothers-

Ein neumodischer Western, der eine Episode aus dem Leben der beiden Kopfgeldjäger Eli und Charlie Sisters beschreibt.Der Film zeigt Szenen voller Gewalt, aber auch Momente schwarzen Humors, während die Protagonisten am Sinn ihres Lebens zweifeln, oder aber dem Branntwein frönen. Joaquin Phoenix überzeugt wieder einmal, und findet in seinem Filmbruder John C. Reilly ein ebenbürtiges Pendant.

Allerdings hatte ich schon vor diesem Film den Trailer für den damals angekündigten Film über Dick und Doof gesehen, war über die Ähnlichkeit zu Oliver Hardy vollkommen verblüfft, und habe dieses Bild einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommen.

Einer der Topfilme des Jahres in meiner imaginären Rangliste

The House with a Clock in its Walls –

wäre ein wunderbarer Märchenfilm geworden, er besitzt ja auch alle nötigen Ingredienzien um einen die Zeit im Kinosessel zu vertreiben, einen Zauberer mit mächtiger Mimik, eine Hexe, ein verwunschenes Haus mit einer verschlossenen Tür, eine schrullige Nachbarin, gefährliche Kürbisse, aber leider eben auch ein altkluges nerviges Kind, welches mir die Stimmung nimmt, und mich nicht in die Handlung eintauchen lässt. Kate Blanchett in ihrer Rolle als in die Jahre gekommene Hexe, mit tätowierter Zahlenfolge auf dem Arm, sieht allerdings sexier aus als jemals zuvor!

Hätte man vielleicht mehr draus machen können, bin aber auch nicht wirklich die Zielgruppe!

Jonathan-

Wieder so eine Filmidee, die sofort meine Neugier geweckt hat, weil ich einfach sehen musste, wie man dieses Thema erfolgreich auf der Leinwand umsetzt.

Es geht um zwei Zwillingsbrüder, die ziemlich gleich aussehen, was ja nicht all zu selten ist, hier aber erschwerend dazu kommt, dass sie sich einen Körper teilen müssen. Sie sind das Ergebnis eines Experimentes, bei dem zwei Bewusstsein in einen einzelnen Körper implantiert wurden.

Der eine ist pflichtbewusst und arbeitsam, der andere, der die „Nachtschicht“ zu seiner Verfügung hat, eher ein wenig umtriebig und nachlässig.Die Teilung des Lebens haben die beiden scheinbar locker im Griff, da sie ihr Dasein und ihre Zeitfenster genau aufteilen, bis die Liebe in Form einer jungen Dame ins Spiel kommt, und Probleme entstehen.

Ich muss gestehen, dass ich den Film nur etwa zu zwei Dritteln gesehen habe, irgendwie quält er sich trotz der interessanten Thematik so vor sich hin. Der Hauptgrund für meinen Abbruch ist aber der Hauptdarsteller Ansel Elgort, den ich einfach nicht lange visuell ertragen kann. Den Film „Babydriver“ habe ich nach zwanzig Minuten ebenfalls beendet, und mir den Rest niemals mehr angeschaut. Ich bin aber neugierig genug, um mir irgendwann das Ende von Jonathan anzuschauen.

Durchaus eine kleine Empfehlung wert, wenn man mit der Erscheinung des Protagonisten klar kommt.

 

Knallharte Action mit konstanter Darstellung von überzogener Gewalt, und der Fähigkeit auch enorme Verletzungen klaglos wegzustecken, schien eigentlich eine Männerdomäne zu sein, Helden wie John Wick zum Beispiel, die von nichts und niemanden gestoppt werden können.

Das Jahr 2018 hatte zu meiner Überraschung aber auch einige Filme parat, in denen zart gebaute Frauen zu unglaublichen Leistungen auf dem Gebiet der Gewaltausübung fähig sind.

Peppermint, Traffik, Revenge-

Drei Filme in unterschiedlichsten Settings, in denen die jeweiligen Hauptdarstellerinnen ein gerüttelt Maß an Gewalt von Männern erdulden müssen, adaptieren sich mit ihrer eigentlich aussichtslosen Situation, und wachsen zu Kampfmaschinen heran, die sich dem Unbill erfolgreich entgegenstellen.

Jennifer Garner in Peppermint muss mit ansehen wie eine Gang den Rest ihrer Familie meuchelt. Nach einer Zeit der Abstinenz kehrt sie gestählt zurück, und nimmt grausame Rache an den Peinigern, Alles und jeden räumt sie aus dem Weg, entwickelt Superkräfte, mit denen es ihr möglich ist, mehrere Männer an meterlangen Seilen an Riesenrädern in luftiger Höhe aufzuhängen. Nach getaner Metzelei wird sie von der Polizei geschnappt, doch diese findet sie so toll, weil sie ja die Bösen eliminiert hat, dass man sie einfach freilässt! Das Gute siegt eben immer am Schluss!

Paula Patton in Traffik ist ein Opfer weißer skrupelloser Männer, die ihren Freund ermorden, und sie um ihr Leben laufen muss, dabei unter Drogen gesetzt wird, und trotzdem einen Menschenhändlerring, der sich auf das Einfangen junger Damen in luftiger Kleidung spezialisiert hat, erfolgreich zerschlägt.

Matilda Anna Ingrid Lutz, eine zarte hübsche junge Frau mit Pfirsich-Popo, reizt mit ihren körperlichen Vorzügen einen Dreierpack Männer inklusive ihrem Freund, im ariden Ambiente, ein wenig zu sehr, sexuelle Gewalt und Verrat lassen sie vorerst von einem dicken Ast aufgespießt in der Wüste zurück, eigentlich ohne Hoffnung aufs Überleben. Aber weit gefehlt, mit Hilfe von halluzinogenen Pilzen wächst sie über sich hinaus, dichtet ihre riesige Wunde auf dem Bauch mit einer Bierbüchse ab und jagt die drei Unholde erfolgreich und blutig bis zu ihrem bitteren Ende! So geht Frauenpower, auch wenn die Logik völlig außen vor bleibt.

Beautiful Boy-

Ein Film aus der Kategorie Drama, wie viel Leid kann eine Familie ertragen, bis sie auseinanderbricht, oder am Ende doch mit den Herausforderungen klar kommt. Der drogensüchtige Sohn stellt hier die Familie, vor allem den Vater gespielt von Steve Carell, vor eine Zerreißprobe.

Der Film pendelt zwischen Hoffnung und Rückschlag, Entziehungskur und heftigem Drogenmissbrauch hin und her, und zeigt die Bemühungen auf, dem Sohn zu helfen, und trotzdem ein geordnetes Leben zu führen.

Probleme habe ich mit der Darstellung des abhängigen Sohnes,der eigentlich aussieht wie das blühende Leben, und nur in einigen Szenen die Augen ein wenig schließt, um die ungeheure Dröhnung schwerer Drogen, die er sich in die Venen gejagt hat anzudeuten.

Dadurch konnte ich die bestehende Distanz zur Handlung leider nicht ausreichend abbauen, trotz einer guten Leistung des sorgenden Vaters! Insgesamt aber auch eine Empfehlung wert!

 

Der Tiefpunkt aus meiner Sicht zum Schluss, das Highlight mit negativem Vorzeichen, die Enttäuschung schlechthin:

Black Panther-

Ein Superheldenfilm, der in einem künstlich konstruierten Staat in Afrika spielt, den es so nie geben wird, nicht einmal ansatzweise, auch nach Abzug aller fiktiven Elemente nicht!

Wenn ich ehrlich bin fand ich den Film eigentlich auch nicht schlechter als andere Superheldenfilme, es macht schließlich keinen Unterschied, ob Scarlett Johansson in einem hautengen Dress vor einem Greenscreen steht, oder ob eine glatzköpfige farbige Frau mit bierernster Miene und einem Speer in der Hand durch das Bild läuft.

Allerdings hatte ich ständig die Beschreibungen aus den Zeitungen im Kopf, wo sich das Feuilleton überschlagen hat mit der Lobpreisung dieses Machwerks, das ja nicht nur ein Film sein soll, sondern ein Sinnbild zur Stärkung von Minderheiten, vor allem in Amerika.

Ich fand den Film in weiten Teilen lächerlich, kann auch nicht verstehen, wo da der strahlende Pfad sein soll,der Zeichen für die Zukunft setzt, sich für die Gleichheit aller Menschen einsetzt, gegen Rassismus und Unterdrückung von Minderheiten wirkt.

Das Afrika von heute hat nichts aber auch gar nichts mit dem gezeigten zu tun, ganz im Gegenteil hören wir vermehrt von Ungeheuerlichkeiten, die sich an allen Ecken des Kontinents abspielen. Da gibt es den Hyänenmann in Malawi, oder die Anweisung des Präsidenten von Sierra Leone, Männer, die fünfjährige Mädchen so stark sexueller Gewalt aussetzen, dass sie danach nur noch im Rollstuhl sitzen können, in Zukunft deutlicher zu bestrafen Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen.

Für mich ist die Nominierung dieses Filmes, und auch das ganze Brimborium drum herum, nur ein Zugeständnis an den Zeitgeist, an die zur Zeit dominierende Ideologie, die von einer Minderheit so überaus lautstark propagiert wird!

Dennoch fand ich die Szene mit dem Tellerlippenmann im giftgrünen Businessanzug ziemlich lustig, und auch, dass man meinem Lieblingsschauspieler eine Rolle als Verräter mit Narbengesicht angeboten hat, um von dem ihm einzig möglichen Gesichtsausdruck ein wenig abzulenken. Dafür durfte er dann auf einem digitalen Riesennashorn reiten! Oh, well!

Das war´s!

Mal sehen was uns das Kinojahr 2019 beschert, ich habe keine Ahnung! Gibt es vielleicht den neuen Tarantino- Film über den Manson- Clan?

 

4 Gedanken zu “Kinorückblick 2018 Teil 2

  1. als Antwort zu Deinem Kommentar bei mir: Ganz und gar nicht. Ich „like“ auch nur Beiträge, die ich (natürlich) lese und die mir dabei auch Spass machen. Du hast mitunter eine interessante Filmauswahl, eine klare Meinung, die nicht wirklich „Mainstream“ ist , weißt sie zu formulieren und schreibst so, dass man sich ein gewisses Bild auch von Dir machen kann.

    Was ist das mit Dir und Ansel Elgort? 🙂 „Baby Driver“ ist – in meinen Augen – über weite Strecken richtig gut, vor allen Dingen ist der Soundtrack großartig.

    Gefällt 1 Person

    1. Danke! Vielleicht ist es mit Schauspielern genau so wie im richtigen Leben, die ersten Sekunden des Sehens entscheiden über Sympathie oder Ablehnung, da nimmt einem die Chemie im Körper die Entscheidung ab, ob man jemanden mag oder nicht! Aus diesem Grund würde ich mir niemals einen Film mit Hugh Grant anschauen, da graut es mir schon vor dem Gedanken.

      Anyway! Schauen wir jetzt mal was das laufende Jahr für uns an visuellen Überraschungen bereithält!

      Gefällt 1 Person

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