Kinorückblick 2018 Teil 1

Langsam wird es höchste Zeit, so kurz vor der Verleihung der Oscar- Trophäen, auch noch ein paar Worte über die letztjährige Kinosaison aus meiner Sicht zu verlieren.

Ich habe kaum einen der nominierten Filme gesehen, kann also bezüglich der Vergabe nicht großartig mitreden, möchte einfach nur eine kleine Rückblende über das Gesehene abliefern, und vielleicht ein paar Tipps und Hinweise für Unentschlossene.

Dabei weiß ich gar nicht mehr welche der gesehenen Filme wirklich zu diesem Zeitraum passen. Vielleicht sind auch einige dabei, die noch ins Jahr 2017 zählen, oder schon ins laufende Jahr eingerechnet werden.

Ich möchte auch keine große Einteilung vor nehmen, sondern einzelne Filme ansprechen, die mir ganz gut gefallen haben, oder eben auch nicht.

Der totale Superfilm, der Überflieger, der mich absolut in seinen Bann gezogen hat, war diesmal nicht dabei, aber es gab schon ein paar Vertreter, die einen gewissen Unterhaltungswert aufweisen konnten

Los geht es!

ANON-

Ein Zukunftsthriller mit Clive Owens in der Hauptrolle als Polizeiagenten in einer dystopischen Welt, wo es keine Anonymität, keine Privatsphäre und keine Gedankenfreiheit mehr gibt. Die Idee des absolut gläsernen Bürgers, dessen komplette Daten man einfach per Gedankenübertragung auslesen kann, fand ich faszinierend.

Allerdings gibt es einen Gegenspieler, eine Figur, die sich digital unsichtbar machen kann, der konstanten Überwachung entzieht, und gegen Entlohnung, Interessenten eine gefälschte Datenbank anlegt, um etwaiges Fehlverhalten zu vertuschen.

Die Jagd nach dieser Person und den Begleiterscheinungen drumherum dominiert den Inhalt dieses Filmes, in der Emotionen und Gefühlsduselei nicht existent sind, und Minimalismus eine große Rolle spielt. Die vorherrschende Gefühlskälte wird durch Kameraführung und ausgesuchte Örtlichkeiten verstärkt.

Vermutlich mein „Highlight“ des Kinojahres 2018!

Mandy-

mit Nicolas Cage, bildet das andere Ende meiner Gefallensskala ab, eindeutig der schlechteste Film denn ich gesehen habe, aber noch nicht der Tiefpunkt meiner Kinobesuche. Ein wahre Enttäuschung, nachdem ich den Trailer einfach Klasse fand! Jesus- Freaks, bizarre Motorradgangs mit Stachelhelmen und Appetit nach Blut, illegale halluzinogene Drogen und grausige Metzeleien, besser kann es eigentlich auf dem Papier nicht sein.

Herausgekommen ist aber leider ein schwer zu ertragender Film, in dem man vor Dunkelheit und optischen Verzerrungen kaum etwas erkennen kann, außer den immens übersteigerten Gesichtsgrimassen von Cage, der nach dem gewaltsamen Tod seiner Partnerin( die übrigens auch ohne Maske ziemlich gruselig aussieht) beschließt, grausame Rache an den Mördern zu nehmen, aber nicht sofort, sondern erst nachdem er sich eine riesige Streitaxt aus glühendem Stahl geschmiedet hatte. In der Folge schlachtet er die seltsam apathischen Schurken fast ohne Gegenwehr ab, und das war es dann irgendwie.

Positiv von der Bewertung her soll es weitergehen, mit der Kurzbeschreibung zweier Filme, die über erstaunliche Parallelen bei Handlung, Akteuren und Ablauf verfügen:

Galveston und You were never really here-

In beiden Fällen werden Auftragsmörder bei der Durchführung  ihrer lethalen Tätigkeiten durch Intrigen gehindert, und müssen spontan die Flucht vor mächtigen Häschern antreten. Dies tun sie dann aber nicht allein, sondern jeder findet eine ziemlich junge Dame vor, um die es sich ab sofort zu kümmern gilt, obwohl beide Herren vom Naturell her, dafür nicht unbedingt geeignet erscheinen.

Beide Spontan-Pärchen, die das Schicksal auf ungewollte Weise zusammenführt, sind gezeichnet von den Niederungen des Lebens, werden von Dämonen der Vergangenheit verfolgt,von Mächtigen im wahrsten Sinnen des Wortes missbraucht, und in unterschiedlicher Stärke gepiesackt. Alle haben eigentlich keine wirkliche Perspektive vor Augen, es gilt sich dem drohenden Unbill zu entziehen.

Action und Gewalt reihen sich aneinander, aber auch Momente der Besinnlichkeit und des Nachdenkens über die eigene Lage sind vorzufinden. Elle Fanning , als junge Mutter ohne Rückhalt, wirkt schon ein wenig überfordert in einer sehr anspruchsvollen Rolle, meistert es aber noch zufriedenstellend.

Ein glückliches Ende gibt es in beiden Filmen nicht wirklich, obwohl drei der vier Hauptdarsteller bis zum Ende durchhalten.

Joaquin Phoenix legt eine eindrucksvolle Performance hin, als Mann für alle Fälle mit enormen hammerhartem Durchsetzungsvermögen!

Für beide Filme jeweils beide Daumen nach oben!

Sicario, Day of the Soldado-

Betrachtet man diesen Film für sich selbst, kann er durchaus als gelungen gelten. Action und Gewalt im Überfluss, Del Toro und Brolin wieder mit überzeugenden Darstellungen „harter Hunde!“ Persönlich fand ich das überraschende „Recovery“nach einer schwersten Verletzung ein wenig zu überzogen, und auch das Ende fragwürdig, aber so stellt man wohl sicher, dass es einen weiteren Teil mit der Schlussabrechnung zwischen den Leistungsträgern der ersten beiden Teile geben kann.

Vergleicht man diesen Nachfolger jedoch mit dem ersten Film, fällt er stark ab, auch weil die Reibung zwischen legaler Vorgehensweise mit dem Einhalten bestehender Gesetze und Regeln, und der freizügigen Auslegung der „Spielregeln“ durch Spezialagenten, die ohne zu Zögern über Leichen gehen, fehlt. Dennoch ist auch der zweite Teil unterhaltsam und kurzweilig.

The Equalizer 2-

steht vor einem ganz ähnlichem Problem, auch hier hat man versucht den Vorgänger zu übertrumpfen, was aus meiner Sicht nicht gelang. Zu viele absurde Unmöglichkeiten, auch für einen Kämpfer, der von keiner Verletzung in seinem Vorwärtsdrang zu stoppen ist.  Denzel Washingtons Auftritt fand ich nicht so überzeugend wie im Vorgänger, das verschmitzte Lächeln fehlte irgendwie, aber ja , auch er wird älter! Muss man nicht sehen!

Venom-

Ein Superheldenfilm mit Tom Hardy in der Hauptrolle, ganz klar auf junge Zuschauer ausgerichtet, mit ein wenig Beavis- und Butthead- Slapstick ( wie sehr ich die Beiden vermisse!) und der üblichen computergenerierten Action. Hardy verleiht der Rolle einen glaubhaften Charakter, vor allem in der Phase, in der er seine „Transformation“ zum Kopfabbeißer am eigenen Leibe miterlebt.

Kein großer Film, aber durchaus für die Dauer der Vorführung unterhaltsam!

Predator-Upgade-

Auch hier hatte mich einmal die Idee absolut begeistert, dass Außerirdische mit überlegender Intelligenz und kampferprobten Körpern, die Erde und andere Planeten als Jagdrevier auserkoren haben. Gelungen fand ich dies im allerersten Teil mit Schwarzenegger und im vorletzten Teil mit Adrian Brody, auf dem Heimatplaneten der Jäger.

Der aktuelle Teil ist wirklich nur noch für die Jüngsten akzeptabel, billig erscheinende Computeranimation und einem altklugen Kind, das einem den letzten Nerv zieht. Für solchen Mist, in der x-fachen Fortsetzung, bin ich einfach zu alt.

                    Freitag gibt es Teil 2!

 

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