„Boy Erased“- Filmbeschreibung

Das Leben der meisten Menschen besteht aus einem ausgewogenem Verhältnis von Geben und Nehmen.

Aus diesem Zusammenhang heraus erklärt sich auch, warum ich mir den Film „Boy Erased“ angesehen habe.

Nach ein wenig Überwindung habe ich dem Bitten meiner Begleitung nachgegeben, auch einmal eine Vorstellung zu besuchen, die ich nicht im Vorab ausgewählt habe.

In dem Film geht es um einen homosexuellen jungen Mann in der Hauptrolle. Der letzte Film aus dieser Gattung denn ich gesehen hatte, war ein Derivat eher lustiger Natur namens „Ein Käfig voller Narren“. Er spielt zu einer Zeit, als man noch viele Dinge sagen durfte, die man heute nicht mehr sagen kann.

Zurück jedoch zum Film „Boy Erased!“ Es zeigt einen temporären Ausschnitt aus dem Leben eines jungen Mannes, der seine Homosexualität zu entdecken scheint, und seine Eltern damit konfrontiert. Seine Eltern sind Nicole Kidman und Russell Crowe.

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Russell Crowe war einmal Gladiator Maximus, ist jetzt aber noch dicklicher als ich, und spielt im Film einen Pfarrer, der natürlich nach dem Outing seines Sohnes aus allen Wolken fällt, einen Kreis uralter Kirchenmänner einberuft,auch um göttlichen Beistand zu erfahren, und beschließt, seinem vom Weg abgekommenen Sohn wieder auf den Pfad der Tugend zu geleiten.

Dazu schickt man ihn in eine Art Besserungsanstalt, die unter Aufsicht des kirchlichen Glaubens, die krankhafte sexuelle Ausrichtung aus den überwiegend männlichen Teilnehmern austreiben soll, mit frommen Sprüchen und harten Schlägen mit Kopien der Bibel .

Positiv überrascht war ich durch das vollkommen unvermutete Auftauchen von Flea, der hier ein Paradebeispiel für männliche Tugenden abgibt, dem gleichgeschlechtliche Neigungen ein Graus sind, er sagt es nur ein wenig anders.

Ich hatte natürlich schon im Vorfeld mehr als ein wenig Unbehagen vor eventuellen intimen Szenen zwischen jungen Männern.

Dies bleibt dem Zuschauer weitgehend erspart, es gibt eigentlich nur eine kurze Szene, in der der gleichgeschlechtliche Akt unter Männern als fast animalisches Treiben angedeutet wird, gegen den Willen des einen schmerzgepeinigten Teilnehmers, und natürlich so, wie sich ein heterosexueller Mann Zusammenkünfte dieser Art in Alpträumen vorstellt.

Gut finde ich die Darstellung der Sinnlosigkeit des Unterfangens der Umpolung. Es wird ziemlich deutlich gemacht, dass der ganze Hokus Pokus nur aus monetären Gründen und religiöser Verkarstung veranstaltet wird, denn die Gebühren für diese „Austreibungsseminare“ sind horrend.

Zum Ende des Filmes wird immer klarer, dass sich der junge Mann in seiner Rolle als homosexueller Mann bestätigt fühlt, seinem Vater gleichberechtigt gegenüber tritt, und ihm vor die Alternative stellt, seinen Sohn für immer zu verlieren, oder seine überholte Einstellung zu ändern.

Gleichzeitig geht auch die Ehefrau und Mutter ein paar Schritte in Richtung Emanzipation, sie erkennt peu à peu die Gestrigkeit im Denken ihres Mannes, und entdeckt, dass es nicht das Schlechteste ist, einen eigenen Standpunkt zu vertreten.

Insgesamt fand ich den Film nicht schlecht und recht unterhaltsam, weil er Einblick in eine damals real existierende Welt gibt, in die ich mich nie begeben werde.

Wer genauere Informationen möchte, sollte einfach hier vorbeischauen:

https://www.imdb.com/title/tt7008872/?ref_=fn_al_tt_1

Wir haben uns ein einziges Paar Kinokarten für die diesjährige Berlinale in meiner Heimatstadt besorgt, nachdem wir alle Kurzbeschreibungen der ausstehenden Filmbeiträge gelesen hatten, und die meisten anderen Vorstellungen scheinbar im Nu ausverkauft waren.Es handelt sich um einen japanischen Film mit dem Titel “37 Sekunden“. Es geht wohl um Sex und eine behinderte junge Dame! Eigentlich mag ich Filme aus dem Land der aufgehenden Sonne, auch aufgrund ihrer Langsamkeit, und den endlos erscheinenden Kameraeinstellungen. Ich erinnere mich an „Guilty of Romance“, einem Werk über Emanzipation und Selbstverwirklichung, auf schräge Art und Weise erzählt.

 

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