Wie vom Blitz getroffen

Immer wenn sich das laufende Jahr dem Ende zuneigt, werden wir vorab über kommende Änderungen bei unseren Versicherungsverträgen, Steuererklärungen und Nutzungsbedingungen unserer Kreditkarten informiert. Manche betreffen einem persönlich, andere gehen an uns spurlos vorbei.

Zum 1. Januar 2019 tritt aber noch eine bisher noch nie dagewesene Änderung, ja eher eine Novität ein, die einem glatt vom Stuhl purzeln lässt. Einmal weil sie völlig unerwartet kommt, und andererseits weil sie weitreichende Konsequenzen mit sich bringt, und drastische Folgen bei Nichtbeachtung beinhaltet.

Vorbei die Zeiten an denen ich mich beispielsweise mit einem freundlichen „sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren“ an potenzielle Kundschaft wenden, oder eine Rechnung für geleistete Arbeit stellen kann .

Nach dem Jahreswechsel müssen auch die ganzen zwischenmenschlichen Wesen explizit genannt werden. Sonst drohen erhebliche Strafen,da kennt das Bundesverfassungsgericht keine Nachsicht oder gar Milde.

„Suche Mann/Frau für Produktpräsentation“, kann eine erhebliche Bestrafung nach sich ziehen, da man die ganzen Zwitterwesen von vornherein ausschließt, und damit diskriminiert. Es gibt auch schon eine ganze Menge Bezeichnungen für diese Menschen, cis, trans, inter oder divers. Erst dachte ich an Taucher, aber was haben die den mit einer Stellenanzeige zu tun?

„Diese Berufung auf das generische Maskulinum als geschlechtsneutrale Form ist in der Linguistik durchaus umstritten“,heißt es weiter. Ja, selbst Experten und Sprachwissenschaftler sind sich über den korrekten Umgang mit diesen Menschen nicht einig!

Was mache ich wenn ich zum Beispiel im Rahmen einer Werbekampagne für eine elektrische Kettensäge, einen muskulösen „Holzfällertypen“ suche, in der Anzeige neben m/w, auch divers mit einem d kennzeichne, und dann ein spindeldürrer Mann in Frauenkleidern mit Netzstrümpfen in meinem Büro vorstellig wird, weil er/sie/es denkt, es sehe einem muskelbepackten Waldarbeiter ähnlich?

Blitz 1 Dezember 18_00000

Kann ich ihn/sie/es einfach ablehnen, oder droht Unbill wegen Stigmatisierung und so?

Insgesamt finde ich es aber gut, dass man sich so stark für Minderheiten einsetzt, den laut Bundesverfassungsgericht geht es hier um bis zu 160 000 Menschen, das ist ja fast die Hälfte der Bevölkerung!

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