Wort und Sprache

Beim Durchstöbern der Druckerzeugnisse der Berliner Zeitungsindustrie geriet ein Beitrag über das Schulwesen meiner Heimatstadt in den Blickbereich.

In einem Artikel wird der Umstand beschrieben, dass es Schulen in Berlin gibt, in denen von einhundertunddrei einzuschulenden Eleven nur einer deutsche Wurzeln hat.

Dies hat natürlich Auswirkungen auf das Sprachverhalten und die Unterrichtsqualität in den Klassenräumen,auf die ich aber hier überhaupt nicht eingehen möchte.

Dies ist jetzt nicht ganz so überraschend, und steht auch im Einklang mit dem eigenen Erfahrungen.

Steigt man in Berlin- Tegel in ein Taxi, kann einem schon die Frage gestellt werden: “Wo du wolle?“ Dann ist man mehr oder weniger die ganze Fahrt über damit beschäftigt, dem Taxi-Chauffeur per Handzeichen den Weg zum eigenen Domizil zu weisen!

Betrete ich einen fremdländischen Supermarkt, preisen die dortigen Händler eifrig ihre Waren an. „Gürke viel gut!“

Klingelt es an der Haustür, steht dort freudestrahlend ein exotisch erscheinender Paketbote, und übergibt mir meine Bestellung mit den Worten,“Paket, du!“

Beschwere ich mich in der Zentrale des Zustellers über das Ausbleiben einer anderen Sendung, erhalte ich als Antwort auf meine Fragestellung die Aussage:“Issshirtu!“, welche „übersetzt“ bedeutet, dass hier ein Irrtum oder ein Versehen vorliegt!

Wort und Sprache eins November 18_00000

Natürlich habe ich mir schon oft die Frage gestellt, wie diese Menschen unseren Alltag bewältigen können, wenn die Sprache ein solch hohes Hindernis darstellt?

Bei der Beantwortung dieser Frage stehen uns natürlich wieder einmal unsere Medien hilfreich zur Seite. Eine führende deutsche Tageszeitung berichtete in einem Beitrag vom September diesen Jahres, dass die überwiegende Mehrheit der fremdländischen Menschen zu Hause Deutsch spricht.

Kommt also der bereits erwähnte Paketbote nach Hause, begrüßt ihn seine Ehefrau, die gleichzeitig auch die Tochter seiner Cousine ist, mit den Worten,“na, hast du die Deutschen mit deinem Migrantensprech wieder erfolgreich eingelullt?“ „Selbstverständlich, was hast du denn erwartet?“

„Lass und jetzt aber zu unserer Diskussion von gestern Abend zurückkehren“, sagt sie dann bestimmt, „deinem Ansatz zur Monadentheorie kann ich weitgehend zustimmen, aber mit der begrifflichen Trennung seit Renè Descartes in Res Extensa und Res Cogitans habe ich jedoch meine Probleme!“

Gerade im Begriff seiner Frau zu antworten, in dem er auf die Urstofftheorie der Vorsokratiker hinweisen wollte, klopft es an der Tür.

Etwas misslaunig öffnet er sie und fragt,“was du wolle?“

Wie man sieht, ist alles nur halb so schlimm wie dargestellt!

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s