Gut gespült ist halb gewonnen!

Endlich geht es weiter mit der Fußball-WM, das Viertelfinale steht an, vermutlich mit sehr, sehr spannenden Spielen.

Die letzten zwei spielfreien Tage waren nur schwer für mich zu ertragen,ich bin schon fast süchtig nach dem Spiel auf der grünen Rasenfläche, und hatte ernsthafte Schwierigkeiten, die Zeit zu überbrücken.Kaum auszuhalten für mich die Absenz der dauerspuckenden Spieler in Zeitlupe und aus den verschiedensten Winkeln, fast unerträglich die Neugier welcher Spieler sich ein paar neue Zacken im Haarschopf hat anfertigen lassen, um im nächsten Spiel wenigsten optisch zu überzeugen, und unglaublich die Vorfreude auf Fußballer, die sich im tödlichen Schmerz auf die Spielfläche werfen, um nach dem Ertönen des Pfiffes für den Freistoß der eigenen Mannschaft, einer wundersamen Heilung anheimfallen. Besser und dramatischer geht es einfach nicht!

Leider habe ich in den vergangenen Tagen sehr viel gegessen,um die spiellose Zeit zu kompensieren, nicht gerade gesunde Lebensmittel fanden den Weg in meinen Magen, eine Riesenpackung ultrafettes Sahneeis, eine große Packung Bockwürste und auch Chips,gesalzene Erdnüsse und Gummibären waren ein nicht unerheblicher Bestandteil meiner Ernährung.

Jetzt fühle ich mich schon mehr als blümerant, mein Bauch ist verkorkst,meine Aufenthalte auf dem stillen Örtchen lang anhaltend und schmerzhaft.

Beim letzten Besuch habe ich mir zur Unterhaltung während der Sitzung eine Zeitung oder ein ähnliches Druckerzeugnis mitgenommen, und entdeckte gleich am Rand der Titelseite eine auffallend hübsche Frau mit wallendem Haar, einem schwarzen Kleid,welches bereits deutlich über dem Knie endete, schwarze Strümpfe und schwarzen Highheels.

Sie saß genau wie ich auf dem Klo,aber in voller Montur, wie soeben beschrieben.

Mein Klo erfüllt eigentlich nur einen einzigen Zweck, das Herunterspülen und Entsorgen von geruchsintensiven Reststoffen verschiedenster Konsistenzen. Dafür ist es mit einem oberhalb der Sitzfläche angebrachten Wasserbehälter ausgestattet, und einem Knopf, mit dem man den Spülvorgang auslösen kann. Mehr gibt es da nicht.

Nicht aber das WC- Becken, auf dem die junge hübsche Dame sitzt, und mich so verführerisch anlächelt.

 

Gut gespült 2 Juli 2018_00000

Dieses Klo kann viel mehr, als nur ekeligste Substanzen hinfort zu spülen.Um die Treffsicherheit auf ein hohes Niveau zu bringen, ist das Klobecken mit einem Orientierungslicht versehen, der Deckel öffnet sich sofort nach dem Eintreten ins Badezimmer automatisch, um eventuelle Irritationen bezüglich der Lokalität schon im Vorfeld zu ersticken, für Komfort gerade in der kühlen Jahreszeit sorgt eine Sitzheizung.

Hat man sie dann erleichtert, lernt man geschlechtsspezifisch weitere Eigenschaften des ungeheuren Leistungsportfolios des Gerätes kennen.Für Damen gibt es eine Ladydusche, die von irgendwoher aus dem Inneren der Keramikform herbei eilt, und mit sanftem lauwarmen Wasserstrahl eine angenehme und reinigende Wirkung bei der Nutzerin erzielt.

Für andere Nutzer und auch Damen, die einen durchaus heftigeren Eintrag ins Becken geleistet haben,setzt sich sofort eine Geruchsabsaugung in Bewegung und ein weiterer Arm mit angebrachtem Duschkopf mit fünf verschiedenen Reinigungsprogrammen und Druckstufen scheint für Reinheit im kritischen Bereich zu sorgen. Kein Klopapier mehr auf der Rolle, kein Problem für dieses Prunkstück der Technik. Sofort fährt ein zusätzlicher Arm aus, der vorgewärmte Luft an zu trocknende Stellen leitet, dass es nur so eine Freude ist.

Natürlich gibt es auch eine Fernbedienung, mit der sich vereinzelte Phasen dieser überzeugenden Körperreinigung in der Tabuzone abändern, verlängern oder wiederholen lassen.

Sollte die batteriebetriebene Fernbedienung aus Versehen einmal ins Becken fallen,kommt leider kein separater Rückhol-Greifarm aus dem Becken, sondern es gibt noch eine an der Wand angebrachte Kontrolleinheit, mit der sich die ganze Sache blitzschnell abschalten lässt.Man kann nur hoffen, dass es hier nie zu unkontrollierbarem Versagen der digitalen Steuerelektronik kommt, und die ganzen Arme,Sauger, Düsen und Sprüher keinen Schabernack mit den empfindlichsten Teilen unseres Körpers treiben.

Zirka dreieinhalb Tausend Euro sind für die Spitzenausführung zu zahlen, zuzüglich Montage natürlich,und den Kosten für das Verlegen der erforderlichen Strom- und Wasserleitungen.

So, jetzt aber wieder zurück zum Fußball nach Russland, die erste Halbzeit des ersten Spieles läuft bereits, ich habe mir gerade eine große Pizza mit milden Peperonis bestellt und eine Zweiliterflasche Cola, und hoffe, dass mein Magen die ganze Aufregung aushält.

 

Ich glaube, es wird heute kein guter Tag für südamerikanische Fußballfans.

 

 

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