Wissen und Poesie

Verstand und Gefühl, eine Kombination, wie sie weiter nicht voneinander entfernt sein könnte, und trotzdem eine starke Anziehungskraft auf uns ausübt,in Form einer Verbindung, die nich allzu häufig in Erscheinung tritt.

Ein Beispiel für diese vertrauensvolle Symbiose möchte ich hier in diesem Beitrag vorstellen, beginnen möchte ich mit dem Rationalen,dem Wissenswerten.

Wussten Sie schon,dass ein kleiner Karpfenfisch namens Alburnus alburnus, umgangssprachlich Ukelei genannt, der unter anderen im brackigen Wasser des Teltowkanals in Berlin das Licht der Welt erblickt, sich auf den fürchterlich langen Weg in den Zentralpazifik aufmacht, um eventuell in den Gewässern um Hawaii durch geschickte Fischerleute in ihren Auslegerkanus gefangen zu werden, und anschließend von lokalen Künstlern nur durch das Umstellen und Verändern von ein paar Buchstaben als Musikinstrument verwendet werden kann?

Wissen und Poesie Juni 2018_00000

 

Diese wunderbare Transformation von einem Lebewesen zu einem von Menschenhand geschaffenen Instrument, das durch den Wohlklang seines Resonanzkörpers viel Freude auch in fernen Gefilden verbreitet, soll nun auch in Versform entsprechend gewürdigt werden.

Gedicht

Der Zwiebelfisch,die Ablette, beginnt ihr Leben ganz bescheiden, umhüllt vom glibbrigen Rogen,

an der Seitenwand des Teltowkanals, einem Werke des Herrn Stubenrauchs, direkt unter einer Brücke,

zunächst als Winzling schwimmt er mit dem gemächlich treibenden Gewässer, manchmal auch im Bogen,

ward größer er von Gestalt schon ein bisschen, durchschwamm er Hamburg und fand alsbald zur Nordsee eine Lücke,

treibt als fast ausgewachsener Jüngling im festen Familienverband vorbei an Engeland durch die trüben aufgewühlten Wogen,

tief im Atlantik begegnet er dem mächtigen Bartenwal, grüßt den Dorsch und auch den Barrakuda,der jedoch ist nicht ohne Tücke,

im Status eines Erwachsenen querte er den Panamakanal, beobachtete die Treidelbahnen, wie sie die großen Schiffe zogen,

im Stillen Ozean,dem mächtigen Pazifik,ist es ihm gar zu salzig,vor Kummer frisst er eine tieffliegende und unvorsichtige Mücke,

vor den Sandwich-Inseln, jetzt auch Hawaii genannt, spürt er erst einen Ruck und dann einen Schmerz,als ob ihm seine Sinne trogen,

ein lokaler Fischermann mit nur einem Bein, zog ihn raus am Fischgräthaken,und legte ihn wohlgeordnet neben seine hölzerne Krücke,

er wurde verkauft auf einem Markt in Honolulu, anstatt ihn artgerecht in einem unterirdischen Luau lecker zu bereiten,hatte man ihn schlicht belogen,

jetzt endet unser guter Freund, die Ukelei. ganz einfach durch Umstellen von Buchstaben als viersaitige Ukulele, vorbei war es einfach mit dem Glücke!

 

Der lyrisch Angehauchte erkennt natürlich sofort in der ausgetüftelten zunehmenden Hebigkeit die tiefe Verehrung für Detlev von Liliencron, insbesondere zu seinem Gedicht „Sommernacht!“

Jetzt ist es an der Zeit meine neue Kategorie „Vers und Reim“ einzuweihen.

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