Royale Aufgeregtheit!

Morgen steigt das erste Mega-Event dieses Jahres, die Vermählung von Prince Harry und seiner Meghan. Ich bin schon ganz schön hibbelig, hatte erst überlegt nach England zu fliegen,um dem Ereignis live beizuwohnen, aber alle Hotels in den gängigen Preiskategorien waren schon ausgebucht oder verlangten Mondpreise.

So werde ich wohl zum TV- Konsumenten, ist ja auch ganz schön, das ZDF berichtet ab 11.00 Uhr live, inklusive Adels-Expertin, mit dem Zweiten sieht man ja bekanntlich mehr.Eine Tiefkühl-Cremetorte von Coppenrath & Wiese steht auch schon bereit, darf nur nicht vergessen sie rechtzeitig aufzutauen.

Leider scheint mein bisheriger Favorit für solche Anlässe nicht auf dem Bildschirm präsent zu sein, die Rede ist vom zirka 102-jährigen Royal-Experten Egbert Rolfhausen-Seligman, einem hochdekorierten Berichterstatter des Hochadels,mit sonorer Stimme und ungeheurem Wissen über die genauen Zusammenhänge und dem Treiben in den Schlössern und Burgen der Regenten.

Royale Aufgeregtheit 1 Mai 2018_00000

Wie dem auch sei, ich bin schon mehr als aufgeregt, und werde vermutlich während der verschiedenen Abläufe eines solchen Ereignisses, Tränen der Rührung vergießen, so zum Beispiel bei der obligatorischen Fahrt in einer verschnörkelten Kutsche.Die Vorfreude ist riesig,welche Uniform mit Fantasiesternen, Orden,Kordeln und Bordüren wird er tragen, wer führt die Braut zum Altar, welches Kleid trägt die Braut und von wem wurde es designet,vielleicht trällert Elton John ein Liedchen zur Einstimmung?

Noch rechtzeitig ist auch ein Paket von der Insel eingetroffen, mit ausgesuchten Artikel zur Hochzeitsfeier aus einem Meer von Produkten, die versuchen diese Vermählung zu würdigen.Ich habe mir zwei „Mugs“,zwei Kaffeebecher mit Henkel mit den entsprechenden Konterfeis bestellt, herzförmige Pralinen mit königlichem Siegel,Herzen aus weißer Schokolade mit Aufdruck der beiden Verliebten,einen Wandteller, ein Duschhandtuch und ein Sitzkissen für den Balkonstuhl, alle ebenfalls mit den Konterfeis der Hauptakteure.Es gab auch eine Kotztüte aus Papier, die fand ich aber eher despektierlich, und habe auf den Erwerb verzichtet. Einen lebensgroßen Pappaufsteller der Beiden hätte ich mir hingegen gern zugelegt, allerdings waren die Versandkosten mehr als unverschämt, der Versender hat sich wohl nicht getraut, den Prinzen zu knicken oder zu falten, um ihn für den Transport zu minimieren, vermutlich weil er großen Respekt vor der königlichen Familie hat.

Am meisten bin ich natürlich von der Braut fasziniert, wie wird sie aussehen, welches Kleid wird sie tragen, wird sie ebenfalls weinen oder jemals nicht in die Kameras schauen? Ich habe sie fest in mein Herz geschlossen und finde sie ganz toll, wie auch die meisten Briten, obwohl sie Sie überhaupt nicht kennen.

Royale Aufgeregtheit 2 Mai 2018_00000

Inzwischen habe ich hunderte Beiträge gelesen,kenne inzwischen scheinbar jedes Detail aus dem bisherigen Leben der hübschen Prinzessin in spe,bin mit ihren Zielen und Wünschen vertraut, und erkenne die Opfer, die sie bereit ist zu erbringen.Ihre sagenhafte Schauspielkarriere beendet sie extra für ihren Harry, so groß und blütenrein ist ihre Liebe zu ihrem Prinzen.

Einige Mitglieder ihrer Familie scheinen diese Idylle etwas zu trüben,jagen in unaristokratischer Weise dem schnöden Mammon hinterher, weisen damit auf ihre niedere soziale Herkunft hin, der Schlimmste von allen, der Vater, erkrankt aber plötzlich, und muss der Veranstaltung zum Bedauern vieler fernbleiben.

Am meisten bewundere ich jedoch die chamäleonartige Anpassungsfähigkeit von Meghan an die für sie ungewohnten Verhältnisse.Blitzschnell hat sie gelernt mit der Dauerpräsenz der Medien umzugehen,niemals lässt sie eine Möglichkeit aus, direkt in ein auf sie gerichtetes Kameraobjektiv zu blicken, um damit zu jederzeit ihrer ungeheuren Liebe zum Prinzen Ausdruck zu verleihen. Dies wirkt überhaupt nicht gekünstelt, überhaupt nicht aufgesetzt, so schaut wahre Liebe aus!

Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass sie ihren Harry auch dann verehren würde, wenn er nur ein einfacher „Luggage Handler“ am Flughafen Heathrow wäre, oder nur ein gemeiner „Lorry Driver“ irgendwo auf der M1 zwischen London und Leeds. Liebe, die aus tiefstem Herzen kommt, ist eben grenzenlos, bereit jegliche Hindernisse zu überwinden.

Wenn die Hochzeit dann vorbei ist, und die Ruhe des Alltags  wieder eingekehrt ist, werde ich mir einen kleinen Schrein auf meinem Sideboard einrichten, mit einigen Devotionalien dieses Ereignisses, ein paar Bilder, ein übrig gebliebenes Schokoherz, und den Wandteller vielleicht, umrahmt von ein paar Teelichtern, die ich an besonderen Jahrestagen der königlichen Familie entzünden könnte.Ein geeigneter Anlass wird sicherlich die Geburt des ersten Kindes sein, die Prinzessin muss sich ja auch für den Fall der Fälle absichern!

Im Augenblick ist diese Ecke aber noch belegt, einige Fragmente meiner Huldigung an den 1999 durch Suizid umgekommenen Sänger Ludwig Hirtreiter, besser bekannt als Rex Gildo, sind noch vorhanden,unter anderem eine stark zerkratzte Single mit ausgeprägtem Wellenschlag seines Superhits „Hossa hossa in Mexiko“ oder so ähnlich.Allerdings weiß ich nicht,ob ich schon bereit bin, mich von diesen Andenken zu trennen,Zeit heilt eben nicht alle Wunden!

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