Bin ich ein Versager?

Wenn man reif an Jahren ist, nimmt die Neigung zu, ein wenig auf das im Leben Erreichte zu blicken, und eine Art erstes Résumé zu ziehen.

Natürlich hätte mein Leben an fast unendlichen Zeitpunkten einen anderen Weg einschlagen können, schon das Treffen einer einzigen anderen Person,hätte mich auf einen komplett anderen Pfad des Lebens führen können.

Würde man aber ständig darüber nachdenken, was man hätte besser oder anders machen können, würde man an der Last der Unzufriedenheit zerbrechen, und daher gibt man sich im Großen und Ganzen mit dem Ist-Zustand zufrieden.

Vielleicht hätte ich gar nicht so viel anders gemacht, zu keinem Zeitpunkt wollte ich ein Rockstar sein, oder ein exzellenter Gitarrenvirtuose, der Jeff Beck die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte.Ein Spitzen-Wellenreiter wäre cool gewesen, aber hätte mich auch nicht viel glücklicher gemacht. Softwareentwickler oder Schriftsteller, auch nicht schlecht, aber nicht in meinen Grundbedürfnissen hinterlegt.

Nö, eigentlich bin ich relativ zufrieden und mit mir im Reinen.

Es gibt allerdings schon eine Person, auf die ich direkt neidisch bin. Es ist die Person selber, seine Position, die damit verbundene Machtfülle und das ganze Gehabe drumherum, über das nur wenige Menschen auf der Welt verfügen.

Leider kann ich direkt kein Bild von dieser Person zeigen, da ich nicht über die entsprechenden Urheberrechte verfüge, heute muss man da schon ein wenig vorsichtig sein.

Daher möchte ich ihn ein wenig beschreiben, sein Aussehen, seine Stärken, seine verbalen Äußerungen, und seine Stellung im Amte.

Um es erst einmal kurz zu machen, es handelt sich um einen Mann,er ist über sechzig Jahre alt und ziemlich dick. Auf manchen Abbildungen setzen Teile seines Halsbereich unangenehm auf dem Kragen seiner extraordinären Kleidung auf.

Oft trägt er Kleider gewaltigen Umfanges, um seiner mächtigen Leibesfülle einen passenden Rahmen zu geben. Diese Kleider sind oft bodenlang,farblich wunderbar auf die Jahreszeit abgestimmt, manchmal mit dem kreisrunden Buchstaben O in mehrfacher Ausführung bedruckt, und verbergen den Blick auf die Füße, vielleicht trägt er Kunstledersandalen ohne Socken oder auch Sneakers mit Füßlingen, ich weiß es nicht, weil man sie ja nicht sieht.

Eventuell ist der adipöse Mann ein wenig in seiner Bewegung eingeschränkt, vielleicht bedarf es der Unterstützung für seinen überforderten Körper und den strapazierten Gelenken, denn oft hält er einen gewaltigen Stock in der Hand. Eigentlich ist es eher ein Stab, viel größer und länger als ein Spazierstock, im oberen Bereich gebogen und glänzend verziert, ob vernickelt oder verchromt, entzieht sich ebenfalls meinem Wissen, eventuell kommt ja auch massiver Edelstahl,zum Beispiel Nirosta, zum Einsatz.

Sein Kopfhaar könnte eher schütterer Natur sein, kann ich aber auch nicht beurteilen, da er meistens sehr individuell designte Mützen und Bedeckungen trägt, die vor allem durch opulente Ausmaße zu beeindrucken wissen.In vielen Fällen sind die Kopfbekleidungen nach oben hin offen, und bieten bei Regen oder intensivem Schneefall so gut wie keinen Schutz vor dem Unbill der Natur.Ich meine mal gehört zu haben, dass das so sein muss, damit sündige Gedanken jederzeit frei und ungehindert entfleuchen können.

Er hat natürlich auch diverse Gehilfen, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen, vielleicht auch manchmal seinen mächtigen Stab halten, oder ihm bei der Suche nach seinen Socken behilflich sind, falls er welche trägt.

Er hat auch noch einen Assistenten, ich nenne in mal neumodisch Sidekick, der mit ihm direkt im Rampenlicht stehen darf, wenn er wichtige Meldungen zu verkünden hat.

Dieser Helfer ist natürlich viel schlanker,kein bisschen Fettpolster berührt seinen Kragen, da er einfach nicht so viel zu essen bekommt, darf im Gegenzug aber auch Kleider tragen, bodenlang und mehrteilig, farblich harmonisch mit der seines Meisters abgestimmt.Einen Hut oder jegliche andere Kopfbedeckung ist ihm auf persönliche Weisung verboten worden, auch wenn unter heißer Maisonne die Gefahr eines Sonnenbrandes besteht, das Tragen oder Mitbringen eines Stockes oder Stabes würde einen sofortigen Skandal auslösen, und zur direkten Entfernung aus dem Amte führen.Insignien der Macht stehen nur dem Meister zu.

Manchmal dürfen sich sogar noch einfachere Bedienstete im Umkreis des Obersten aufhalten, dann aber deutlich schlichter gekleidet, gern aber auch bodentief.

Bei diesen Gelegenheiten, wenn er sich in der Öffentlichkeit bemerkbar macht, bleiben dann ganz ungeheuerliche Sätze in der Erinnerung haften, die ihresgleichen suchen.

„Selbststand in Relation“ ist eine absolute Hammermessage von ihm, die sich nur wenigen Eingeweihten erschließt, oder „Glieder am Leibe“, setzt die Messlatte natürlich auf ein bisher unbekanntes  Niveau.

Ja, auf diesen Mann und seinen erreichten Status bin ich mehr  als neidisch, daher komme ich jetzt lieber abrupt zum Ende, um mich zu sehr nicht als „Loser“ zu fühlen und mir den Tag zu verderben.

Soeben habe ich einen Artikel gefunden, der aufzeigt, dass ich einen Beitrag aus „ZeitOnline“ verlinken darf, so mache ich es einfach mal,und führe gleichzeitig die Lösung dieses kleinen Personenrätsels herbei:

https://www.zeit.de/gesellschaft/2018-05/katholikentag-kardinal-reinhard-marx-christen-afd

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s