Von Bechern und Haufen

Ich hatte schon seit längerem die Vermutung gehegt, einen Verdachtsmoment aufgebaut, meine Meinung aber stets für mich behalten,mich niemandem anvertraut.

Jetzt ist mein Verdacht offiziell bestätigt worden, noch dazu aus angesehener Quelle, damit an Seriosität nicht zu übertreffen.

Psychologen der über die Landesgrenzen hinaus berühmten Humboldt-Universität haben heraus gefunden,dass jetzt der gemeine Kaffee-Einwegbecher das größte Müllärgernis im urbanen Umfeld ist.

Der Coffee-to-go-Behälter löst damit Hundekot in der absoluten Rangliste als Spitzenreiter in der Verschandelung des öffentlichen Raumes ab.

Ach, kann ich dazu nur sagen,hätte ich überhaupt nicht gedacht!

Becher und Haufen 2 April 2018_00000

Wer von uns ist nicht schon mal auf einen der übel riechenden Becher getreten, und hat sich das Schuhwerk in ekeligster Weise mit dem widerlichen Ding beschmutzt. Ganz schlimm, wenn der zum Ausgehen bedachte Schuh auch noch über eine ausgeprägte Profilsohle verfügt, mit feinsten Verästelungen,fast schon mit fraktalem Muster.Wer hat nicht schon einmal einen ganzen klebrigen Becher am Stiefel oder am modischen Sneaker auf der Velour-Teppichmatte des fast noch brandneuen Automobils breitgetreten, und ist vom aufsteigenden Geruch fast überwältigt worden?

Und wir erfahren noch mehr aus der Studie!

320 000 Becher werden in Deutschland in der Stunde weggeworfen, ein gerüttelt Maß davon landet auf den Straßen, unseren Grünanlagen, und vor allem auf den Bürgersteigen. Eine Schweinerei sondergleichen.Die übelsten „Litterer“, die schlimmsten Verschmutzer, sind übrigens unsere jungen Mitbürger zwischen zwanzig und dreißig Jahren alt.Schande über sie, sie sollten sich ein Vorbild nehmen an der Ü50 -Generationen, die laut Studie fast ausschließlich Hundekot auf unseren Trottoirs hinterlässt, aus den Gedärmen und Verdauungsträkten extra für diesen Zweck erworbener Tiere.

Hundekot ist im Gegensatz zum Kaffeebecher ein harmloser Gegenstand, den man bedenkenlos in die Hand nehmen, und im nächstgelegenen Papierkorb zur endgültigen Entsorgung ablegen kann.Problemlos kann man auch den Hundehalter bitten, die kleinliche Hinterlassenschaft wegzumachen, meistens stimmt er dieser Tätigkeit freudig erregt zu, ohne einen Tobsuchtsanfall zu erleiden. Explizit seien hier ältere Damen lobend erwähnt,vor allem die,die einen halben Lippenstift im Gesicht verteilt haben,um ausgehfein zu erscheinen, und ihren vierbeinigen Liebling aus einer vernickelten und verschnörkelten Messingdose mit Schoko-Pralinen füttern!

Im starken Kontrast dazu die jugendlichen Beschmutzer, frech, aufsässig,und manchmal auch gewaltbereit,  begegnen sie einem, wenn man auch nur zur verbalen Intervention ansetzt, das geht doch nicht!

Die Stadt Berlin hat sich zwischenzeitlich die weltgrößte Flotte an Kaffeebecher-Wegsaugfahrzeugen zulegen müssen, mit horrenden Kosten für die Beseitigung dieser ekelhaften Heiß-Getränkebehälter. Ja, man kann dies kaum glauben, aber es ist so,obwohl der Mensch die Krone der Schöpfung sein soll!

Becher und Haufen 1 April 2018_00000

Dagegen wirken die fünfzig Tonnen Hundekot,die jeden Tag in Berlin anfallen, gerade zu wie ein Klacks,einfach lächerlich!

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