Ein Plädoyer für die Dunkelheit!

In wenigen Stunden ist es wieder einmal soweit,mit einem einzigen Dreh an einer Atomuhr in Braunschweig, verlieren wir alle eine Stunde Zeit in dieser Nacht. Wieder und wieder setzt man uns dabei ungeheuren Gefährdungen aus, die in kleinen und großen Katastrophen enden können.

So berichtet uns Frau Helga M.(55) aus Düren-Niederzier,dass sie sich jede Nacht für 2.24 Uhr den Wecker stellt,um ihre altersbedingt schwache Blase zu entleeren. Da die Uhr jedoch in Windeseile in dieser Nacht um sechzig Minuten vorspringt, gibt es kein 2.24 Uhr, und das Drama im Bett von Frau M. nimmt seinen Lauf, im wahrsten Sinn des Wortes!

Wir erfahren vom Leiden von Frau Mandy P.(31, 124 Kilogramm) aus Zechlinerhütte direkt am Schlabornsee, von massiven Schwierigkeiten ihr Gewicht in dieser Nacht zu halten, da sie es durch die verlorene Stunde einfach von der Kapazität her nicht schafft, sich die fünfte Broilerhälfte einzuverleiben.

Aber auch junge Leute leiden unter dem immensen Zeitverlust, kommen über Wochen und manchmal auch über die gesamte Sommerzeit nicht über ihren ausgeprägten Jet-Lag hinweg, weil man ihnen eine Stunde in einem Jahr über einen Zeitraum von sieben Monaten genommen hat, bevor man sie wieder am 28. Oktober zurückerhält.

Andere stehen zu früh an der Bahnsteigkante und ärgern sich über eine weitere Verspätung der Bundesbahn, oder müssen erkennen, dass sie selbst zu spät erschienen sind.

Zeitumstellung März 24_00000

Ich persönlich finde die Umstellung auch schockierend, den ganzen „Daylight-Saving-Time-Mist“ sollte man auf die Müllhalde der Geschichte werfen,wer möchte den in der warmen Jahreszeit dem Licht so lange hilflos ausgesetzt sein?

Alleine schon der Gedanke ist erschreckend, an einem Abend nach getaner Arbeit noch eine Stunde länger die wärmenden Sonnenstrahlen eines schönen Frühlingstages in einem Café an einem idyllischen See mit Freunden und guten Bekannte erleben zu dürfen. Wir könnten von der tiefstehenden Sonne geblendet werden,uns einen Sonnenbrand einfangen, oder von kecken Fluginsekten gepiesackt werden!

Furchtbar auch die Vorstellung, im April um 19.00 Uhr noch eine Runde durch den taghellen Wald zu joggen, ohne über Wurzeln zu stolpern. Dann doch lieber aufkeimende Furcht vor der dunklen Tann, und den Widerschein des Mondlichts in den Augen der Wildschweine, nur wenige Meter entfernt.

Verstörend auch die Möglichkeit Ende August noch bis fast 20.00 Uhr den Tiebreak eines Tennismatches auf Amateurniveau beenden zu können, viel lieber würden wir schon eine Stunde früher zuhause den Fernseher einschalten, und die Fernsehlampe noch dazu, da es ja schon dunkel ist!

Deprimierend der Freizeitgewinn für Jung und Alt unter Tageslicht, für die Eltern, die mit ihren Kindern nach Rückkehr von beruflichen Verpflichtungen noch über eine Blumenwiese tollen, oder ein Foto vom vergnügten Nachwuchs mit einer Belichtungszahl kleiner als ISO 800 auf der Speicherkarte der spiegellosen Kamera ablegen können.

Ich bin schon jetzt stark beunruhigt, habe mich aber auf einen eventuellen Unbill gut vorbereitet. Sollte es hart auf hart kommen, werde ich zum fraglichen Zeitpunkt einen Klassiker von W.Houston mit dem Titel „One Moment in Time“ hören,eine Film-DVD mit dem Titel „Timeless“ von 2016 liegt ebenfalls bereit, um die stärksten Auswirkungen dieser verlorenen Stunde abmildern zu können.

Hoffentlich verschlafe ich nicht!

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