Hallihallo,

hach, heute geht es mir schon wieder nicht gut, ich bin aber nicht krank oder noch dicker geworden, nein, ich bin zutiefst an der Seele verletzt!

Was war passiert? Gestern waren wir rund um den Kurfürstendamm unterwegs,ein bisschen Sightseeing, ein bisschen Shopping. Wir hatten Besuch aus dem nahen Hamburg, und nutzten daher auch die Möglichkeit unseren Gästen die neu errichteten Gebäude zu zeigen. Die City-West hat sich aus meiner Sicht in den letzten Jahren sehr positiv verändert, viele „Dreckecken“ sind verschwunden.

Mit dabei war auch die Tochter meiner Bekannten aus der Alsterstadt und ihre Freundin, ein bildschönes Mädchen, das den Atem stocken ließ.

Nach einer kleineren Shopping-Runde kehrten wir dann zu einer gemütlichen Runde mit Kaffee und Kuchen ein, labten uns an den Kreationen des Konditormeisters aus Wien, die wahrlich schon wieder meinen Gewichtsverlust in die spätere Zukunft verschieben sollten

Und während wir da so schnabulierten, fingen die beide jungen Damen, die direkt neben mir saßen, an zu kichern und zu flüstern. Als ich mich nach dem Grund erkundigte,fragten sie mich welches Parfüm oder welches Rasierwasser ich benutze. Ich antwortete wahrheitsgemäß und die Beiden prusteten los und schüttelten sich vor Lachkrämpfen, sie hatten den Namen meines Duftwassers noch nie gehört, und meinten wir hätten doch jetzt das Jahr 2018 und nicht 1960!

Ich war natürlich ob dieses  Verhaltens ungeheuerlich getroffen, fast schon so wie ein waidwundes Reh vor dem finalen Fangschuss, versuchte aber noch die Wucht der Aussage durch eine lustige,selbstironische Bemerkung abzufedern, in dem ich auf mein Alter hinwies, in dem man nicht mehr nach Anti-Aging -Produkten nachfragte, sondern gleich um Anti-Moder Produkte nachsuchte.

Es half alles nichts, hilflos schlürfte ich an meinem Kaffee herum, dem Gespött ausgesetzt und preisgegeben, besonders traf mich, dass meine eigene Partnerin ebenfalls in schallendes Gelächter ausgebrochen war.

Als es Zeit war am frühen Abend Abschied zu nehmen, überreichte mir das bildschöne Mädchen noch einen kleinen Zettel mit einigen Namen von Pflegeprodukten für den Mann von heute, und dem Hinweis, alles nicht so ernst zu nehmen. Ich rang mir ein leichtes und gekünsteltes Lächeln ab, und entschwand in der aufkommenden Dunkelheit.

Aus Protest habe ich auch die Nacht auf meinem eigenen Feldlager in meiner eigenen Wohnung verbracht, Strafe muss schließlich sein, liebe Partnerin!

Am frühen Vormittag roch ich nochmal an den bei mir vorrätigen Duftwässern, und war damit eigentlich zufrieden,konnte aber den Anblick der lachenden Frauen vor dem inneren Auge nicht verbergen, so beschloss ich kurzerhand mich aufzumachen, um mich mit zeitgemäßen Kosmetikerzeugnissen einzudecken.

 

Hallihallo Duftwasser März 21_00000

Mein Weg führte mich in eine Zweigstelle eines sehr großen Filialisten der weltweiten Düfte.In der Tat begegnet einem eine Orgie der Gerüche schon im direkten Eingangsbereich,fast schon zuviel,einer Überflutung gleich. Ein junger Mann mit glänzendem Gesicht kam auf mich zu und fragte,“Naaaah, was suchen wir denn?“ Wenig begeistert teilte ich ihm den obersten Namen auf meinem Zettel mit, er ging schnurstracks zwei Gänge weiter, griff einen Flacon, holte von irgendwo her einen Papierstreifen und besprühte diesen mit dem gewünschten Cologne pour l´homme und reichte ihn mir. Mit einer Hand fächerte er mir zu, um den Fluss der Aromen besser zu verteilen, den anderen Arm stellte er im fünfundvierzig Grad Winkel vom Körper ab und spreizte den kleinen Finger maximal, während er sich zur Frage hinreißen ließ,“naaaah, gefällt der Duft?“

Mir ward verdrießlich, eine Kollegin musterte die Szene, und löste den jungen Mann ab. Er sei der einzige Mann im Team bis auf den Mitarbeiter vom Sicherheitsdienst,erklärte sie schon fast entschuldigend.

Mit der netten Frau arbeitete ich meine Liste ab, fand aber ehrlich gesagt keine Duftrichtung, die mir zusagte. Alles irgendwie zu süß, zu aufdringlich!Zwischendurch fragte sie mich nach den von mir genutzten Parfums. Ich zählte die gebräuchlichen Duftwässer auf, sie antwortete,“dies geht gar nicht mehr, das trägt der Mann von Heute einfach nicht, Sie sollten eine Veränderung vornehmen!“Nach dem fünften Versuch waren meine Duftdrüsen dann auch überfordert, ich wollte nicht mehr, bedankte mich artig bei der aufmerksamen Verkäuferin. Sie zeigte durchaus Verständnis und verwies auf ihren eigenen Mann, einem Dickschädel, zu keinerlei Anpassung mehr fähig!

Fazit der Aktion: Die jungen Damen aus Hamburg können mich mal,vorerst zumindest!

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