Ein Hilferuf aus Berlin!

Eigentlich wollte ich ja einen zynischen und sprachlich schon ein bisschen bösen Beitrag über eine alternde Schnellläuferin schreiben, die bis zum Rentenalter ihrer Tätigkeit erfolglos nachgehen möchte, auch wollte ich über die Freilassung eines Menschen namens Dennis Jützel aus einem Land in der Levante herziehen,der sicherlich den Bauernführer Joß Fritz als deutschen Volkshelden ablösen wird, aber dann traf mich ein kurzer Artikel in der Berliner Tageszeitung “Der Tagesspiegel“ wie ein großkalibriges  Teilmantelgeschoss aus nächster Nähe!

Eine völlig verzweifelte Frau wandte sich an eine örtliche Facebook-Gruppe hier in Berlin, und ließ folgenden, leicht veränderten Hilferuf los:“„Mein eigener Hund ist mittlerweile am Verzweifeln, weil er kaum ein Plätzchen an einem Baum findet, was nicht völlig zugekackt ist, wenn er selber an dieses Baum kacken will!“

Ja, da öffnet sich der Mund vor Entsetzen, da schießen einem die Tränen der Verzweiflung ins Gesicht, kann es überhaupt etwas Schlimmeres auf diesem Planeten geben?

„Sie selbst räume die Hinterlassenschaften ihres geliebten Vierbeiners immer weg, aber alle anderen nicht,“ sagt sie dann noch in ähnlicher Form. Eine andere Frau schließt sich dem Kommentar an und berichtet dem Leser, dass sie selbst in Hundekot tritt, während sie den Hundekot ihres Tieres gerade beseitigt!Mehrere andere Damen stimmen in diesen Kanon des Grauens ein, und klagen ebenfalls ihr Leid!

Ja, das ist furchtbar, wo bleibt den der Staat, was machen die Behörden, um diese hilflosen und völlig überforderten Frauen und ihre ebenfalls verzweifelten Hunde vor diesen multiplen Traumen zu bewahren?

Ich bin ja auch schon Leidtragender dieser perfiden Hinterlassenschaften geworden,wie ich ja bereits in einem Beitrag vom 17. Dezember des vergangenen Jahres berichtete. Meine nagelneuen und sündhaft teuren limitierten Lagerfeld- Sneakers von Vans wurden Opfer einer ungeheuren Tretmine, mittig auf dem Trottoir abgelegt. Nein, nicht beide Schuhe, aber ein Exemplar mit seiner fein gerippten,fast schon ziselierten Gummisohle vereinigte sich untrennbar mit dem Unaussprechlichen. Selbst mehrmalige, aufwendige Spül- und Reinigungsvorgänge scheiterten an der Aufgabe der vollständigen Entfernung,immer an der Grenze des erträglichen Ekels ob des Wissens um die Widerwärtigkeit.Ich konnte den Anblick des entweihten Schuhwerkes nicht mehr ertragen und entschloss mich daher, diesen Artikel bei einer bekannten Handelsplattform zur Auktion freizugeben.

 

Ein Hilferuf zwei Feb 17_00000

Um den Verkaufserlös zu steigern, hatte ich das Angebot mit dem Hinweis „Examiné de Ville plus grande“ versehen, auch um die Authentizität im urbanen Umfeld herauszustellen.So ähnlich geht ja auch ein Rüstungskonzern vor, wenn er seine Kanonen oder Panzerfahrzeuge mit dem Zusatz „Combat proven“ versieht.Zu meiner Überraschung war der Erlös von außerordentlicher Höhe, das entscheidende Gebot gab ein Bieter aus einem Land ab, wo Hunde noch gelegentlich auf der Speisekarte stehen,  die Bürgersteige aber sehr sauber sind.

Zurück jedoch zur Hundekacke und der Frage was den eigentlich der Berliner Senat als Staatsvertreter tut? Warum räumt er den Mist den nicht einfach weg?Ja, der Senat will demnächst diskutieren, mit den Bezirken, über das Hundegesetz, in dem das Kot-Prozedere hinterlegt ist. Der Hundehalter ist verpflichtet, geeignete Hilfsmittel zur Beseitigung der Hinterlassenschaften mit sich zu führen, aber man ist sich uneins was überhaupt Hilfsmittel sind!

Naja, so ganz untätig ist der Staat nicht, laut einer anderen Berliner Zeitung räumen die Behörden jeden Tag 55 Tonnen Hundekot von den Bürgersteigen dieser Stadt, aber das ist doch nicht genug. Was geschieht mit dem Rest? Hier werden die Halterinnen gänzlich allein gelassen. Frauen ab fünfundvierzig  plus, die sich jeglicher menschlicher Kommunikation entzogen haben, der sozialen Interaktion für immer und ewig den Rücken zukehrten, und nur noch ihren vierbeinigen Liebling als Kontakt zur Außenwelt akzeptieren. Dieser wird natürlich auch mit Keksen und Pralinen für seine Anhänglichkeit belohnt, die frau aus kleinen Messingdosen Stück für Stück kredenzt.

 

Ein Hilferuf eins Feb 17_00000_00000

Da kann man sich als Hundehalter nicht auch noch um die Hinterlassenschaften kümmern. Diese Frauen sind automatisch und naturgegeben laut eigener Aussage alle Spitzensteuersatz-Zahlerinnen und erwarten, dass hier der Staat die Scheiße einfach wegräumt!

Richtig so,oder?

Anmerkung:

Da in meiner Bilderkollektion  Abbildungen von Hunden zur Gänze fehlen, habe ich mich bei Pixabay bedient, und nutze die Freiheit der Creative Commons- Vereinbarung.Ich hoffe, dass die ausgewählten Exemplare an Niedlichkeit kaum zu übertreffen sind, bin für Vorschläge aber offen. Auf die Veröffentlichung von Hundehaufen im Beitrag habe ich nach reiflicher Überlegung aus Gründen der Pietät verzichtet.

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