Hallihallo-Vor dem Finale!

Hach, schwupps kamen mir zwei Jobofferten dazwischen, um die es sich zu kämpfen lohnte, da musste ich ein wenig durch Europa düsen, und konnte dem Dschungelcamp überhaupt nicht das Maß an Aufmerksamkeit schenken, das es eigentlich verdient. An den meisten Tagen musste ein flüchtiger Überblick mit der Sichtung der entsprechenden Videoclips reichen.

Gleichzeitig wurde irgendwie aber auch relativ schnell klar, dass meine Euphorie für dieses Format am Sinken war, meine Begeisterung sich auf einem konstanten Downfall bewegte.

Jeden Tag wurde der gleiche Kandidat für die Sonderprüfungen ausgesucht, ein nicht unnetter homosexueller Mann mit glänzendem Gesicht. Daran ist erst einmal überhaupt nicht Schlimmes auszusetzen,damals habe ich mir auch den Film „Ein Käfig voller Narren“ angeschaut, im Fernsehen oder auf Video, aber eben nur einmal und nicht jeden Tag.

Das Kokettieren mit den Klischees homosexueller Lebensweise führte relativ schnell zu Verdruss, hier ein Abspreizen des kleines Fingers, dort die Angst vor Dromedaren,hier ein spitzer Schrei,dort eine Phobie vor Kammern in wasserreicher Umgebung, und natürlich auch das obligatorische theatralische Wischen mit den Händen durch das Gesicht der tränenreichen Verzweiflung.

Am meisten enttäuscht war ich natürlich über das Verhalten meines Geheimfavoriten, was für eine Nichterfüllung meiner Erwartung!. Sydney, der dicke alte Mann, hätte hier allen zeigen können, wo der Hammer hängt. Allein schon aufgrund seiner ungeheuren Lebenserfahrung hätte er den Jungspunden wie eine Erleuchtung erscheinen müssen, wie ein Wegweiser in der dunklen Nacht.Stattdessen wurden wir Zeugen eines angeblichen Verfalls eines übergewichtigen Plumpbeutlers, dessen einzige Kunstfertigkeit das Generieren von Tränen zu sein schien. Ne, dat war nix!

Auch ich musste mich zwischenzeitlich meinen Herausforderungen stellen, mit immer noch deutlich geschwollenem Leib und meiner mir einzig noch passenden Hose mit 38er Bund musste in in London mein Konzept vor wildfremden Leuten erklären, in einer fremden Sprache, und mein Bauch immer in direkter Sichtweite meiner potentiellen Auftraggeber.Da konnte ich nicht einfach zusammenfallen wie ein Sack und mich mit eigenen Tränen übergießen.

Ein Aufenthalt in London ist immer auch eine Herausforderung an das Shoppingverhalten, ein paar Stunden Freizeit reichen schon aus, um umtriebig zu werden. Natürlich führte mich mein Weg auch zu einer Dependence von Craig Green, dem zur Zeit angesagtestem Designer von der britischen Insel.Einzigartig sein Vermögen Fashion als Collage unterschiedlichster Materialien zu begreifen,Funktionskleidung mit gehäkelten Luftlöchern zu versehen.Ich war schon fast soweit eines seiner bekannten „Schamanenmodelle“ für sündhaft teures Geld zu erwerben, habe dann aber zurückgezogen, da  die langen Strippen und Bänder, die von überall zu kommen schienen,und  deutlich bis auf den Boden reichen, bei all der Hundekacke auf den Trottoirs  in Berlin, zu einen überwiegend negativen Erlebnis führen würden.

Im Rahmen einer klassischen Übersprungshandlung habe ich dann nur wenig später auf dem Portobello- Road- Market eine alte gebrauchte, und wunderbar gleichmäßig abgenutzte Levis 501 mit Knopfleiste für ein paar Pfund erworben, momentan noch viel zu klein, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Zurück jedoch zum Dschungelcamp, zurück zu RTL,zurück zum diesjährigen Finale!Im Hintergrund war dann aber aber auch eigentlich schon relativ früh klar, wem die diesjährige Dschungelkrone gebühren muss.Für mich gab es schon nach wenigen mehr oder weniger interessanten Zusammenfassungen der Haupthandlungsstränge überhaupt keinen Zweifel mehr.
Dschungelcamp Finale

Daniele Negroni,stets an eine Marmosette erinnernd, übernervös und aggressiv, soll sowohl Geldpreis als auch Krone einheimsen, eine bedauernswertere, eine fast schon tragische Figur, hat man schon lange nicht mehr über den Bildschirm huschen sehen,vielleicht kann er sich mit dem Geldsegen eine kleine bescheidende Existenz aufbauen, sich die übergroßen Ohren ein wenig anlegen lassen, und vielleicht auch noch mal für ein paar Wochen eine Bildungsanstalt im Privatunterricht aufsuchen.

Ich drücke ihm ganz doll die Daumen, dass er als Sieger den Heimweg antreten kann, das kann noch richtig spannend werden,den seine Hauptkonkurrentin hat eine Schwester und einen Handyhüllenshop!Dagegen ist verdammt schwer anzukommen!

Als eine Art Sieger der ruhigen Art kam ich mir auch ein paar Tage später vor,als ich im Westen Europas an einem Sandstrand kurzzeitig in den wärmenden Strahlen der fast schon frühlingshaften Sonne stand,und in die Ferne schaute.

Hätte ich an exakt dieser Stelle am 9.September 1499 gestanden, wäre ich Zeitzeuge der triumphalen Rückkehr Vasco da Gamas geworden, bei seinem ersten Einlaufen in den Hafen am Tejo, aus Indien auf dem Seewege kommend.

Und was hätte er gesehen? Vielleicht wäre ihm nicht entgangen, dass dem einsamen Beobachter am Stadtstrand in der Wärme der Sonne, seine Hose mit 38er Bund ins Rutschen gekommen war,obwohl der Träger zuvor von den verschiedensten Fleischspießen in den Restaurants der Stadt  in geradezu unverschämter Weise geköstigt hatte!

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