Rotami

Dieser Name steht nicht für den Titel eines Abenteuerromans über verwegene Helden im unwirklichen Ambiente, sondern schlicht und einfach für eine Erdbeersorte.

 

Rotami 2 Jan 15_00000

Die Winterzeit ist für die meisten von uns eine Zeit der Entbehrung und des Mangels. Kälte und stark reduzierter Lichteinfall zerren an unserem Gesundheitszustand und wir sehnen uns nach den wärmenden Strahlen der Sonne und dem Vitamingehalt des sommerlichen Obstgartens.

Die Lebensmittelindustrie schafft hier zunehmend Abhilfe, jetzt gibt es Erdbeeren das ganze Jahr über, die Lücke im Angebot, bis die spanische Treibhausware zu uns in die Läden findet,ist geschlossen worden.

Rotami ist jetzt da, aufwendig verpackt mit Bodenschale, Klarsichtdeckel und festgeklebter Luftpolsterfolie, alles aus hygienisch einwandfreien Kunststoff, und mit einer kecken auffälligen Banderole versehen!

Rotami 1 Jan 15_00000

 

Neun wunderbar anzusehende Beeren im perfekten Look liegen in gesitteter Ordnung in der Verpackung, ergeben zusammen exakt 250 Gramm und kosten nur 99 Eurocent! Herstellungsland Äthiopien.

Äthiopien, ist das nicht ein Land ganz weit weg in Afrika? Ja, genau, die Hauptstadt Addis Abeba ist ungefähr 5300 Kilometer von der Kühltheke entfernt.

Was weiß ich denn überhaupt über dieses Land, und wie kommt die Beere von dort auf meinen Küchentisch?

Äthiopien,das Land der Langstreckenläufer, Äthiopien, der verwunschene Sehnsuchtsort der Rastamänner mit ihren Dreadlocks und Heimat des legendären Superkaisers Haile Selassie I. von Abessinien.

Äthiopien steht aber leider auch für Hungersnöte, schwer zu ertragene Bilder von kleinen spindeldürren Kindern mit großen Augen und dicken Bäuchen über die Jahrzehnte hinweg, für Krieg und Gewalt, und für archaisches Leben bei den Stämmen der Omo und Mursi mit ihren unfassbaren Ritualen, die scheinbar noch genauso leben wie in der Steinzeit,irgendwie den Anschluss verpasst haben, und bei westlichen Starfotografen beliebt sind.

Äthiopien entwickelt sich aber auch zum wirtschaftlichen Musterschüler Ostafrikas. Einige wenige Menschen versuchen das Land in die Neuzeit zu transportieren, zum eignen Vorteil natürlich. Dazu gehört auch eine aufstrebende Fluglinie,mit starken Wachstumszahlen und Expansionsdrang auf globaler Ebene. Flugzeugbestellungen mit Milliardenwert wurden vergeben, schon heute fliegt man mit den aktuellsten Fliegern in alle Ecken und Winkel dieses Planeten.

Und jetzt komme ich wieder auf unsere Erdbeeren zurück, die werden nämlich in der Tat mit einem dieser modernen Flugmaschinen von Afrika zu uns gebracht, den ganzen Bauch oder Rumpf voll, damit wir unseren Vitaminbedarf ein bisschen decken können.

Man fragt sich natürlich wie das wohl funktioniert, nicht einmal einen Euro für dieses Produkt ist zu zahlen, wie geht das überhaupt?

Anbau, Bewässerung, Ernte, Auslese, Verpackung, Transport zum Flughafen,Verladung auf Paletten, Flug nach Deutschland,Treibstoffkosten und Landegebühren,Einfuhrzoll, Steuern, Lagergebühren, Transport in Deutschland und Verteilung, Einzelhandelsgewinn und Mehrwertsteuer.Was bleibt für das schwächste Glied in Äthiopien, dem Pflanzer oder Bauern übrig?

Rotami 3 Jan 15_00000

All diese Fragen und Ungewissheiten hat uns ein pfiffiger holländischer Unternehmer abgenommen. Er hat scharf kalkuliert und einen Weg gefunden, uns das Leben ein wenig angenehmer zu gestalten, und unser Wohlbefinden in der kalten Jahreszeit zu steigern.Vom Anbaufeld bis zur Kühltheke,er kümmert er sich einfach um alles, und dafür zahlen wir nicht einmal einen Euro!

Wohl bekomms!

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