Hallihallo

Hach,nun ist das neue Jahr auch schon wieder fast zwei Wochen alt, die ersten Tage waren ziemlich turbulent, die Ereignisse haben sich fast schon überschlagen, ich komme mit der Aufarbeitung hier im Blog überhaupt nicht hinterher.

Meine Silvesternacht war ja ein ausgesprochen trauriges Ereignis, ganz allein habe ich die Stunden des Jahreswechsels verbracht und dabei viel geweint.Geweint vor Wut und Enttäuschung auf mich selbst, ich bin so furchtbar dick geworden, meine Hosen passen mir nicht mehr, ich kann das Haus nicht mehr verlassen,was für eine deprimierende Konsequenz.

Am Neujahrsmorgen habe ich auch eine Liste mit guten Vorsätzen erstellt, Abnehmen und all das damit verbundene Pipapo steht natürlich an erster Stelle.

Ich habe auch nicht weiter gezögert, und mir eine Hose im Internet bestellt, ich nehme nicht so schnell ab, da muss ich nun durch, ich kann ja nicht zum Stubenhocker werden, muss ja auch raus und Geld verdienen.

Meine Wahl fiel auf ein Modell der Firma Jacob Kohen zum erstaunlich reduzierten Preis. Eine Jeans in dunkelblau, bereits getragen, für deutlich unter Einhundert Euro. Ein Schnäppchen,noch dazu in dieser Größe!

Die Hose hat die unglaublichen Maßnummern von 38 am Bund und 30(bin halt schon sehr alt und habe kurze Beine) in der Beinlänge, aber ich wollte jegliche Probleme mit der Passform ausschließen.

Zwei Tage später ist das Paket angekommen, ich entnehme die Hose und bin ziemlich erschrocken. Das Gewicht ist beeindruckend,die Proportionen scheinen nicht zu stimmen,ein „Kaventsmann“ aus Deminfaser, ungeheuerlich in den Dimensionen.

Ich lege sie auf den Boden, streiche sie glatt und messe die Bundweite mit dem Zollstock, 53,5 Zentimeter zeigt das Messband an,mächtig, gewaltig, mir wird schwindlig, auch ist der danebenliegende Bügel schmaler als die Hose,das sieht schräg und ungewohnt aus,das gab es noch nie,ein Novum der unangenehmen Art.

Ich halte sie hoch, öffne den Bund und schaue ins Innere der Hose, der Anblick erinnert an die alte Regenauffangtonne im ehemaligen Garten meiner Eltern, so von oben gesehen. Früher, vor ewigen Zeiten, hätte ich komplett in einen einzigen der beiden immensen Beinschläuche gepasst.

Oje, oje, wo soll das nur hinführen, denke ich, als ich verschüchtert an einem kleinen Dinkelkeks ohne Zuckerzusatz knuspere und die Hose in die entfernteste Ecke des Zimmers schleudere!

Dort bleib sie aber nicht all zu lange liegen, denn meine Freunde hatten mich ein paar Tage später zu einem Kinobesuch eingeladen und gleichzeitig all meine Ausflüchte zum Nichtteilnehmen abgeschmettert. Ich musste also mit, und der Gigant unter meinen Beinkleidern sollte mein Begleiter an diesem Abend werden.

Am Tag der Filmvorführung holte ich sie hervor, und war überrascht, wie leicht sie sich überstreifen ließ. Ich musste nicht einmal einen Knopf öffnen. Super! Keine Gewürge im Hüftbereich, kein Wälzen und Gezucke auf dem Fußboden, kein Luftanhalten, keine Schnappatmung,und vor allem kein Einmachglasgummi!

Nur in den Spiegel schauen sollte man nicht, eine entfernte Ähnlichkeit zur gezeichneten Erfolgsfigur Obelix, ließ sich leider nicht verleugnen!

Gute zwei Meter von der Paketschnur abgeschnitten, gesichert mit einen kleinen Knoten, sollte den sicheren Sitz während des abendlichen Unterhaltungsprogramms sicherstellen(doppelt gewickelt, falls der aufmerksame Mathematiker ein unlogisches Phänomen zu entdecken vermag).

Dann ging es auch schon los, die Fahrt nach Kreuzberg, in ein relativ kleines Kino, mit dem Charme vergangener Tage und angeschlossenem Restaurant.

„Bladerunner 2049“ stand auf dem Programm, um halb zehn am Abend ging es los.

 

bladerunner_00432

Zum Film selber kann ich jetzt nicht so viel sagen.Er war lang, sehr lang und endete erst nach Mitternacht. Ich achtete auch mehr auf meine Hose, die Mittelnaht fing irgendwann ein bisschen am zu drücken, meine Füße schwollen auch ein wenig an in der Enge der Sitzreihe und dem damit verbundenen limitierten Bewegungsrahmen.

Die Herstellung des Streifens muss sehr aufwendig und teuer gewesen sein, es gibt wirklich beeindruckende Szenen, die einem zum Staunen bringen. Nur verstanden habe ich ihn nicht.

Vor unendlicher Zeit hatte ich den gleichen Eindruck bei einem der „Matrix-Filme“, wo der Protagonist manchmal auf einem Bahnhof stand, dann aber irgendwie auch nicht. “Alien“ blieb mir auch unergründlich, aber nicht weil ich die Handlung nicht nachvollziehen konnte, sondern weil ich wegen der Dunkelheit des Machwerks nichts gesehen habe.

Bladerunner 2.0 war da ähnlich, ich konnte keinen Zusammenhang erkennen und bleib orientierungslos in der dystopischen Landschaft des Jahres 2049 zurück.In einer Szene fällt eine nackte Frau, eingeschmiert mit einer emulsionsartigen Senf/Curry-Paste, durch einen Plastikschlauch auf den Fußboden, nur um wenige Minuten später von einem scheinbar sehr bösen und sehbehinderten Mann mit zurückgekämmten Haaren und einem ganzen Büschel von digitalen Ersatzaugen durch einen geübten Schnitt mit einem superscharfen Skalpell gemeuchelt zu werden.

An anderer Stelle taucht ein großer Hund und ein scheinbar bekannter Schauspieler gehobenen Alters auf, später droht er in einem fliegenden Auto, das sich aber im wellenbewegten Ozean befindet, zu ertrinken, wird aber gerettet, und findet gleich darauf eine gesuchte Familienangehörige,die in einer Betonkuppel hinter Glasscheiben wohnt. Dann war der Film zu Ende und mein Hintern schmerzte.

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