Kinojahr 2017

Nicht nur das Kalenderjahr 2017, sondern auch das Film- und Kinojahr neigt sich so langsam dem Ende zu. Filmtechnisch für mich eher ein Albtraum, eine Enttäuschung jagte die andere.

Vielleicht liegt es an meinem Alter,ich verliere den Kontakt zur aktuellen Filmszene und den entsprechenden Handlungsmustern,gehöre nicht mehr zur Zielgruppe, kann die Bilder nicht mehr entsprechend verwerten und einordnen, um mich entführen zu lassen in eine Welt der Phantasie und der Freiheit des kreativen Geistes.

Zuviel Greenscreen und Chroma Keying, zu viele Computer- Partikelstürme,zu viele Plastikfrauen, die im knappen Höschen mit wehendem Haar unverwundbar über den Schlachtfeldern unserer Geschichte schweben, zu viele unsterbliche „Haudegen,“ die auch in kleinen geschlossenen Räumen mit vollautomatischen Waffen um sich schießen, ohne einen Hörschaden zu erleiden.

Dann passierte es aber doch noch. Völlig unvorbereitet wurde ich von der Magie des Kinos gefangen genommen, sofort in die Handlung eingesogen, schlagartig meiner Fähigkeit beraubt, meine unmittelbare Umgebung zu registrieren, verloren im Handlungsstrang des Drehbuchs

Nach einer kurzen Einleitung, die Meeresrauschen abbildete und die Namen der Akteure aufzeigte, traf es mich wie ein Blitz unter einem Baum bei einem Sommergewitter. Der erste Satz des Hauptdarstellers mit wunderbar tiefer und sonorer Stimmen gesprochen, transportierte mich sofort ohne Umwege aus dem Alltag und der Enge des Kinositzes.

Der Satz lautete:“Lonestar Barbecue Sauce, the perfect partner for your chicken.“

 

Lonestar bbc sauce dez 12_00000

Sam Elliott(73) spricht diesen Satz in dem Film „The Hero“, am Anfang und ganz am Ende dieses Machwerks, dazwischen muss er sich mit seiner Vergangenheit und seinem Ableben auseinander setzen.

In diesem Film werden viele Parallelen zu meinem eigenen Leben angedeutet, obwohl sämtliche Rahmenbedingungen und Umstände überhaupt nicht deckungsgleich sind.

Das Faszinierende liegt in den vielen wunderbaren Dialogen, in den Cannabis geschwängerten Momenten, im Umgang mit der jungen sehr attraktiven Frau, die für Lebenslust und Inhalt steht. Und den Entscheidungen, die man hin und wieder treffen muss, obwohl sie nicht einfach sind.

Erst nachdem der Abspann begann tauchte ich wieder aus meiner inneren Versenkung auf, rieb mir nach dreiundneunzig Minuten etwas verwundert die Augen, war begeistert und in bester Stimmung.

Dies soll aber keine Filmempfehlung im herkömmlichen Sinne sein, mein subjektives Empfinden und meine persönliche Einstellung, nicht als Anleitung für andere dienen.

Abschließend vielleicht dann doch noch ein paar Vorschläge, die das Kinojahr 2017 nicht ganz so trostlos erscheinen lassen:

„Wind River“, ein kleiner Film, der im eisigen Norden spielt, auch unter den Ureinwohnern Nordamerikas seine Handlung abspult, und die schwierige Situation der Indianer in der heutigen Gesellschaft andeutet.

„Gook“, ein Film über Rassismus und Vorurteile, und der Kraft, die in Freundschaft und Menschlichkeit liegen kann.

„Three Billboards outside Ebbing, Missouri“,für mich der Topfilm für dieses Jahr, wenn nicht der oben beschriebene Fall eingetreten wäre, mit tollen Schauspielern, nachvollziehbarer Handlung und ebenfalls wunderbaren Dialogen, die einem auf der einen Seite zum Schmunzeln bringen, andererseits aber ob der erlittenen Tragödie nachdenklich stimmen. Ami- Kino vom Feinsten!

Was macht eigentlich einen guten Film aus, für einen persönlich? Muss ich mal drüber nachdenken, vielleicht an dieser Stelle!

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