Hallihallo,

da bin ich mal wieder! Fast ist schon wieder ein ganzer Monat seit meinem letzten Beitrag vergangen, die Zeit rast einem buchstäblich davon, ich war auch ein bisschen busy!

Aber eigentlich gibt es bei mir auch nicht wirklich viel Neues zu berichten, außer dass ich mit meinen neuen Sneakers nach ein paar Tagen in einen ganz furchtbar dicken Hundehaufen getreten bin.Der absolute Ekel überkam mich auf der Stelle, schwer angeschlagen humpelte ich nach Hause, und versuchte verzweifelt mit Gummihandschuhen und viel heißem Wasser, das Unsägliche, das Unaussprechliche aus den vielen Rillen und Riefen der Sohle zu entfernen, ohne dem Brechreiz nachzugeben. Hach, was war das ekelig, überhaupt nicht cruelty-free und tremendously ridculous!

Die Schuhe stehen jetzt schon seit ein paar Wochen auf dem Balkon, irgendwie mag ich sie nicht einmal mehr anschauen,vielleicht verkaufe ich sie bei Ebay mit dem Zusatz „urban environmental proven!“

Am nächsten Tag nach der Reinigungsaktion hatte ich unter einem für meine Verhältnisse starken Hautausschlag zu leiden, insbesondere unter einem ganz dicken Eiterpickel, welcher ausgerechnet genau mittig auf meiner Nasenspitze platziert war,almost flabbergasting! Auch mehrfaches Ausdrücken versprach keine Linderung, im Gegenteil, meine Nasenspitze begann zu schmerzen und wurde rot und röter.

Natürlich hatte ich umgehend für ein paar Tage alle Termine abgesagt, denn so gehe ich nicht in die Öffentlichkeit, den Müll habe ich erst nach Einbruch der Dunkelheit entsorgt, Nudeln mit Ketchup bildeten meine Ernährungsgrundlage auf bescheidendem Niveau.

Meine Freunde machten mir Druck, wieder etwas zu unternehmen und mich wegen einer solchen Lappalie nicht zu verkriechen, nach wenigen Tagen gab ich ihrem Drängen nach, und wagte mich, immer noch nasal gezeichnet, wieder unter die Heerscharen der Ausgehfreudigen. An den Füßen hatte ich meine alten ledernen Halbschuhe, den Blick fast ununterbrochen auf die vor mir liegenden Straßenoberflächen gerichtet.

Nach einem abendlichen Kinobesuch wollten meine Freunde nach meiner durchlittenen Tortur das Stimmungsbarometer deutlich anheben und luden mich in eine mehr als angesagte „Imbissstube“ ein. Wer hier seinen Hunger stillt, gilt zur Zeit als besonders fortschrittlich,so trendsetting,so hip, so gamechanging!

Das sehr kleine Restaurant war ziemlich voll, einen Tisch bekam man nur bei rechtzeitiger Reservierung, die Preise waren ziemlich gesalzen, eine temporäre In- Location eben.

Als ich nach ein paar Minuten einen flüchtigen Blick auf die auf dem Tisch liegende Speisekarte warf, schwante mir Böses.Bevor ich überhaupt Luft holen konnte,um meine Einschätzung der Angelegenheit preisgeben zu können, hatte man für mich bereits das „Menü Nummer Vier“ ausgesucht, eine Art Potpourrie-Teller,gefüllt mit dem Besten, was das Haus zu bieten hat, so delicious ,so poikilothermal! „Ja, die Nummer Vier muss ich unbedingt probieren, haut einem glatt vom Stuhl,ist der absolute Knaller!“

Ich war in einem Insektenlokal namens „Happy Tentacle“ gelandet,also genauer gesagt, bestand die gesamte Angebotspalette aus Gerichten mit Kerbtieren und Gliederfüßern, die Küche wurde von asiatisch aussehenden Menschen betrieben.

 

Insektenmenü 1 Oktober 2017_00000

Bevor ich mit einem weiteren Versuch,meine überraschte Verlegenheit zum Ausdruck zu bringen scheiterte, kam auch schon die Vorspeise, eine kleiner tiefer Teller,bei mir bis zum Rand gefüllt, mit einer klar flüssigen Wasserwanzen-Aroma-Suppe nach thailändischem Originalrezept.

Minuten später war es mir scheinbar gelungen, ein paar Löffel dieser liquiden Versuchung aufzunehmen, als das Bedienpersonal schon den nächsten Gang kredenzte.

In meiner Magengegend konnte ich ein leichtes Rumoren spüren, mir wurde zunehmend wärmer, die Haut meiner Nasenspitze schien ein wenig mehr zu spannen.

Auf dem deutlich größeren Teller des Hauptgangs lag ein kunstvoll arrangiertes Ensemble aus Bienen- und Hornissenlarven, umgeben von einen Kreis aus entbeinten Zikadenleibern mit drapierten Ameiseneiern auf einem Bett von Kohlblättern, befeuchtet von einer Mischung aus Crème Fraîche und einem Hauch von loatischen Rieserwasserwanzenöl. „Voila,“ rief der begeisterte bärtige Kellner,“It´s an Entomophagians Paradise!“ Englisch hört sich nun einfach mal besser an.

 

Insektenmenü 2Oktober 2017_00000

In meiner Magengegend konnte ich ein deutliches Rumoren spüren, mir wurde sehr warm,ein erster Schweißtropfen bildete sich auf meiner Nase, wurde aber vom anwachsenden Pickel an der Spitze am Abtropfen gehindert, quälender Juckreiz breitete sich an intimster Stelle aus.

Zum Abschluss wurde ein fast schon schon harmlos wirkender kleiner Mehlwurmburger mit Tomaten,Gurke und Milben-Cheese gereicht.

Auf der Heimfahrt saß ich zusammengekrümmt im Fond des Autos, den verbalen Begeisterungsstürmen meiner Freunde lauschend, die schon über einer erneuten Besuch nachdachten, und mich dabei gelegentlich ansahen, um zumindest eine nonverbale Solidaritätsfloskel zu erhaschen,welche aber ausblieb.

Die unmittelbar folgende Nachtzeit allein in meiner Wohnung war furchtbar.Das aufgenommene Menü bahnte sich über Stunden einen Ausweg aus allen möglichen und vorstellbaren Körperöffnungen, mehrfach auch gleichzeitig. Nach Stunden der nicht aufzuhaltenden Erleichterung erblickte ich mein Antlitz im Spiegel, meine Nasenspitze war von einem gigantischen prall gefüllten Superpickel okkupiert,das restliche Gesicht ähnelte einem Streuselkuchen.

Jetzt nach einigen Tagen der totalen Zurückgezogenheit bin ich endlich auf dem Weg der Besserung, das Ungemach an der Spitze meines Riechorgans ist nur noch für Eingeweihte und Dermatologen auffällig.

Entspannt sitze ich vor der Glotze, bei Arte läuft ein Film über das heimliche und unbekannte Leben der Insekten!

Bis bald!

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